12.07.2021 | Deutschland Ablösung der Inzidenz? Krankenhaus-Belegung soll entscheidend werden

Das RKI soll sich demnächst von der Inzidenz als Hauptindikator der Corona-Politik entfernen. Laut Bild-Zeitung soll dafür nun mehr auf die Hospitalisierung geachtet werden.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Hospitalisierung bezieht sich darauf, wie viele Menschen durch eine Corona-Erkrankung ins Krankenhaus mussten. Und genau dieser Wert soll laut Bild-Zeitung bald die Inzidenz ablösen. Die Bild beruft sich dabei auf eine interne Präsentation des RKI. Demnach rechne das Institut mit der Abnahme des Anteils schwerer Fälle, weshalb der Fokus nun stärker auf den Folgen der Infektionen liegen solle. Gemeint sind damit langfristige Folgen, schwere Erkrankungen mit Hospitalisierung oder Todesfälle.

Außerdem rechne das RKI dem Bericht zufolge damit, dass die Anzahl an schweren Erkrankungsfällen zusammen mit der steigenden Zahl der Impfungen zurückgehe. Zur Bewertung der Infektionslage seien zwar weiterhin mehrere Indikatoren notwendig, die Gewichtung der einzelnen ändere sich aber. Viele Fachleute sind sich darin einig, dass mit zunehmendem Impfschutz in der Bevölkerung die Inzidenz in einem anderen Verhältnis zu schweren Verläufen steht als noch vor einigen Monaten.

In der Debatte über die Aussagekraft von Corona-Kennziffern hat FDP-Generalsekretär Volker Wissing den Stellenwert der Sieben-Tage-Inzidenz infrage gestellt. «Die Inzidenzen sind natürlich ein Hinweis darauf, wie sich die Pandemie entwickelt, aber allein auf die Inzidenz zu schauen, das ist sicher nicht richtig», sagte Wissing am Montag im «Frühstart» von RTL/ntv. Es reiche auch nicht, zusätzlich die Intensivbetten-Belegung zu berücksichtigen. «Wir müssen auch darauf achten, wie viele Menschen überhaupt hospitalisiert werden müssen», so der FDP-Politiker.