05.05.2022 | Deutschland BGH-Urteil: So bekommt ihr das Geld von euren Fitnessstudio-Beiträgen zurück

Fitnessstudios, die coronabedingt schließen mussten, müssen ihren Mitgliedern die Beiträge für diese Zeit zurückzahlen. Das hat jetzt der Bundesgerichtshof entschieden. Lest hier, ob und wie ihr eure Beiträge zurückholen könnt.

Foto: dpa / Bernd Weißbrod

Hatte ein Fitnessstudio coronabedingt geschlossen, muss es seinen Mitgliedern die Beiträge für diese Zeit zurückzahlen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az. XII ZR 64/21). 

Als Begründung hieß es, Zweck eines Fitnessstudiovertrags sei die regelmäßige sportliche Betätigung. Wenn der Betreiber den Zutritt nicht mehr gewähren könne, könne der Vertragszweck nicht erreicht werden. Diese geschuldete Leistung könne wegen Zeitablaufs nicht nachgeholt werden. 

Vertragsverlängerung unrechtmäßig

Viele Fitnessstudios haben die Verträge ihrer Kunden um die Zeit der Schließungen einfach verlängert. Das ist laut dem BGH nicht rechtens, da der Vertrag nicht wegen "Störung der Geschäftsgrundlage" verlängert werden könne. Die Möglichkeit zur Vertrags-Pausierung muss individuell vereinbart werden, also jedes Mitglied muss dies selbst beantragen.

Grundsätzlich gilt, dass keine Gegenleistung ohne Leistung erbracht werden muss. Das heißt, wenn die Studios nicht öffnen und damit ihre Leistungen anbieten, entfällt auch der Anspruch auf Zahlung.

Anspruch auf Rückzahlung

Die Fitnessstudios wurden kreativ, als es darum ging, Rückzahlungen zu verhindern. Einige Studios haben Gutscheine über Trainingszeit verteilt, um kein Geld erstatten zu müssen. Der BGH hat in seinem Urteil aber eindeutig klargestellt, dass ein Anspruch auf Rückzahlung der zu viel gezahlten Beiträge besteht. 

Rückforderung auch bei Gutscheinen

Seit dem 20.05.2020 hatten die Fitnessstudios auch die Möglichkeit, Wertgutscheine auszustellen, statt die Mitgliedsbeiträge zurückzuzahlen. Diese Möglichkeit ist allerdings gemäß Artikel 240 § 5 Abs. 5 Nr. 2 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) befristet gewesen. Wenn der Gutschein bis zum 31.12.2021 nicht eingelöst wurde, könnt ihr den Wert zurückverlangen. 

Das Geld für die Schließungszeiträume kann daher auch bei einem ausgestellten Gutschein verlangt werden, sofern der Gutschein nicht eingelöst wurde.

So verlangt ihr eure Gebühren zurück 

Um eure zu viel gezahlten Fitnessstudio-Beiträge zurückzuverlangen, solltet ihr das schriftlich bei dem entsprechenden Fitnessstudio einfordern. Dafür reicht ein Schreiben, dass eure Mitgliedschaftsnummer und den entsprechenden Zeitraum, der betroffen ist, beinhaltet. 

Das könnte euch auch interessieren: