13.01.2022 | Deutschland Biontech-Impfstoff gegen Omikron-Variante: Im März soll es soweit sein

Um die Omikron-Welle zu brechen, haben Biontech/Pfizer angekündigt, einen auf die Variante zugeschnittenen Impfstoff zu entwickeln. Ende Januar sollen erste Studien dazu starten. Dabei ist nicht klar, ob das Mittel überhaupt zugelassen wird.

Foto: Nicolas Armer/dpa

Weil die Omikron-Welle weiter rollt, wollen Biontech und Pfizer jetzt einen Impfstoff entwickeln, der auf die neue Variante speziell zugeschnitten ist. Schon im Frühjahr könnte es soweit sein. Das teilte Biontech-Chef Ugur Sahin an. In den nächsten zwei Wochen soll eine klinische Studie zu dem Impfstoff starten.

"Wir gehen davon aus, dass wir bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen."
Biontech-Chef Ugur Sahin
Entwicklung auf eigenem Risiko

Dabei hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA bislang noch nicht erklärt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff überhaupt für nötig hält. Die Entwicklung passiert also auf eigenem Risiko, das sagt auch Pfizer Konzernchef Albert Bourla. Zwar wisse er nicht, ob das Mittel gebraucht werde oder wie es verwendet werden soll, aber das Unternehmen "werde bereit sein". Bis Ende März sollen bis zu 100 Millionen Dosen des neues Impfstoffs bereitstehen.

Hohe Nachfrage auch für 2022

Für das Jahr 2022 gehen Biontech und Pfizer von einer Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfstoff-Dosen weltweit aus.

"Wir erwarten, dass auch im Jahr 2022 eine starke Nachfrage nach unserem Impfstoff besteht"
Biontech-Chef Ugur Sahin

Aktuell sei die Pandemie-Situation weiter unklar und so sei nicht vorhersehbar, welche Virusvariante als nächste auftauche. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass ein Omikron-Impfstoff auch die Immunreaktionen gegen alle existierenden Varianten verstärkt, so der Biontech-Chef.

"Weiter Weg bis zur Endemie"

Nach Einschätzung von Biontech ist es noch ein weiter Weg von der pandemischen zu einer endemischen Entwicklung, also zu einer weniger gravierenden Lage als derzeit. Sichere Vorhersagen seien nicht möglich, erklärte Sahin. Im vergangenen Jahr haben Biontech und Pfizer weltweit rund drei Milliarden Impfstoff-Dosen hergestellt. Der Marktanteil wurde für Dezember 2021 auf 80 Prozent in Europa und 74 Prozent in den USA geschätzt.