11.09.2020 | Deutschland Flüchtlingslager Moria: Deutschland nimmt bis zu 150 Minderjährige auf

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria will Deutschland bis zu 150 unbegleitete Minderjährige aufnehmen. Darüber informierte Bundesinnenminister Seehofer auf einer Pressekonferenz.

Foto: Socrates Baltagiannis/dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Aufnahme von 100 bis 150 unbegleiteten Minderjährigen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager in Moria (Insel Lesbos) angekündigt. Zusammen mit dem Vizepräsidenten der EU-Kommission, Margaritis Schinas hat Seehofer auf einer Pressekonferenz über die Hilfsmaßnahmen nach dem Brand im Flüchtlingslager informiert. 

Deutschland und Frankreich wollen die meisten Flüchtlinge aufnehmen

Insgesamt zehn EU-Länder haben sich dazu bereit erklärt, die rund 400 unbegleiteten Minderjährigen unter sich aufzuteilen. Deutschland und Frankreich werden dabei "den Hauptteil tragen", so Seehofer. Die Bundesregierung steht zudem gerade mit mehreren Hilfsorganisationen in Kontakt, wie Deutschland bei der Versorgung und Unterbringung der obdachlos gewordenen Menschen helfen kann. 

Lager fast vollständig zerstört

Das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wurde in der Nacht zu Mittwoch bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Eigentlich war das Lager für rund 3.000 Menschen ausgelegt, in der Spitze waren aber mehr als 12.000 Menschen untergebracht. Zuletzt traten im Lager auch zahlreiche Corona-Infektionen auf, wodurch Quarantäne verordnet wurde.