03.07.2020 | Deutschland Bundestag beschließt Gutscheinlösung: Das gilt jetzt für Pauschalreisende

Coronabedingt mussten dieses Jahr viele Pauschalreisen abgesagt werden. Der Bundestag hat jetzt rechtliche Weichen für die Rückzahlung des gezahlten Geldes beschlossen.

Foto: Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA Wire/dpa

Reiseveranstalter, die ihren Kunden wegen einer coronabedingt geplatzten Pauschalreise Geld zurückzahlen müssen, dürfen diesen als Alternative einen Gutschein anbieten. Das hat der Bundestag in einem Gesetzentwurf beschlossen.

Geld zurück oder Gutschein

Reisende dürfen dann also entscheiden ob sie ihr Geld zurückhaben wollen oder einem Gutschein zustimmen. Ursprünglich war eine Gutscheinpflicht geplant, um den angeschlagenen Reiseveranstaltern in der Corona-Krise vor Insolvenzen zu bewahren. Verbraucher, die ihre Pauschalreise vor dem 8. März gebucht haben, können aber freiwillig einen Gutschein wählen, dessen Wert auch dann staatlich abgesichert ist, wenn Anbieter Pleite gehen.

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband sieht die Gutscheinlösung  kritisch. "Die Bereitschaft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, Gutscheine zu akzeptieren, wird durch die Debatte gesunken sein", sagte der Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Klaus Müller. "Gutscheine seien nicht nachhaltig und verschieben lediglich das Liquiditätsproblem der Unternehmen nur auf einen späteren Zeitpunkt", so Müller.