21.04.2021 | Deutschland Corona-Studie deckt auf: Antikörper verschwinden viel schneller als gedacht

Viele fragen sich: Was ist, wenn man schon mal Corona hatte? Ist man dann immun oder doch nicht? Eine Studie fand jetzt raus, dass Antikörper doch viel schneller aus dem Körper verschwinden als gedacht. Was ist dran, was bedeutet das und betrifft das nur bestimmte Gruppen? Wir haben die Antworten!

Foto: Marijan Murat/dpa

Nach einer überstandenen Corona-Infektion bildet das Immunsystem Antikörper, die uns vor einer erneuten Ansteckung schützen sollen. Aber auch diese Immunität hält nur begrenzt an. Wer also schon eine Infektion hinter sich hat, kann auch ein weiteres Mal erkranken. 

Denn die Antikörper verschwinden nach einer Weile aus dem Körper - und machen ihn so wieder für eine erneute Infektion anfällig. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden: Vor allem Menschen mit nur leichten Krankheitsverläufen sind betroffen.

Rheinland-Studie: Anti-Körper bleiben nur wenige Monate

Für die Rheinland-Studie haben Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen Blutproben von April bis Juni 2020 von mehr als 5000 Erwachsenen auf Antikörper untersucht. Auffällig dabei waren 22 Personen, die eine besonders hohe Anzahl solcher Antikörper vorweisen konnten und parallel einen nur leichten Krankheitsverlauf durchmachen mussten. 

Nicht einmal ein halbes Jahr später, im September 2020, wurde das Blut dieser 22 Personen erneut untersucht. Das Ergebnis: Bei einem Großteil war die Zahl der Antikörper stark gesunken - bei vier Personen waren sogar gar keine mehr nachweisbar.

Die Forscher fanden heraus, dass vier bis fünf Monate nach einer überstandenen Corona-Infektion schon wieder alle Antikörper verschwunden sein können.

Der Körper bietet noch weitere Schutzmechanismen

Bisher war man in der Wissenschaft davon ausgegangen, dass man mindestens ein halbes Jahr gegen eine weitere Ansteckung immun sein kann - die neue Studie widerlegt das jedoch deutlich. Ein großer Grund zur Sorge stellt diese Erkenntnis aber nicht da.

Denn der Körper hat noch eine Reihe weiterer, komplexer Schutzmechanismen zu bieten, wie Dr. Dr. Ahmad Aziz aus dem Forscherteam erklärt.

"Das Immunsystem hat weitere Instrumente, um Krankheitserreger abzuwehren. Antikörper sind ohne Zweifel bedeutsam, aber eben nur Teil eines größeren Arsenals. Andere Studien zeigen, dass eine andere Komponente, die wir die zelluläre Immunantwort nennen, trotz fallender Antikörper-Spiegel weiterhin Bestand haben kann."
T-Helferzellen unterstützen den Körper zusätzlich

Damit ist die Bildung spezieller Abwehrzellen gemeint, die T-Helferzellen genannt werden. Diese Helferzellen sind für die Abwehr zuständig und damit in der Lage, sich bereits bekannte Angreifer "zu merken" und damit die Abwehrzellen bei einer erneuten Ansteckung wieder zu aktivieren.

Künftig wollen die Forscher der Rheinland-Studie herausfinden, welche Auswirkungen das Virus auf die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen hat. Sie wollen ein besseres Verständnis dafür entwickeln, warum einige eine Infektion gar nicht erst bemerken und andere besonders schwer erkranken.

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