26.03.2019 | Deutschland EU stimmt für das Ende der Zeitumstellung: Wie es jetzt weiter geht

Am Dienstagmittag (26.03) stimmte das Europäische Parlament für das Ende der Zeitumstellung. Doch es sind noch einige Hürden bis das Vor- und Zurückstellen ein Ende hat.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Das Europäische Parlament stimmte für ein Ende der Zeitumstellung ab. Für die tatsächliche Abschaffung muss allerdings noch ein Kompromiss mit den Mitgliedstaaten erzielt werden. 

Die Abstimmung im EU-Parlament war eine wichtige Hürde für das Ende der Zeitumstellung - im Gesetzgebungsprozess handelt es sich aber nur um einen Zwischenschritt. Bevor die abschließende Entscheidung kommen kann, müssen sich erst die EU-Verkehrsminister auf eine gemeinsame Linie einigen. Anschließend müssen sie mit Unterhändlern des EU-Parlaments einen Kompromiss finden. Damit wird nicht vor Herbst 2019 gerechnet.

Letztlich soll nach dem Willen des Europaparlaments jeder Mitgliedstaat selbst entscheiden können, ob er in zwei Jahren eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit einführen will. Für diejenigen Staaten, die sich für die Winterzeit entscheiden, stünde die letzte Zeitumstellung demnach im Oktober 2021 an. Um einen Flickenteppich verschiedener Regelungen zu vermeiden, schlagen die Abgeordneten ein Koordinierungsgremium vor, in dem Vertreter von EU-Kommission und Mitgliedstaaten sitzen sollen.

Die Entscheidung hat zwei mögliche Auswirkungen. Schnelle Sommerabende, weil die Sonne früher untergeht oder dunkle Wintermorgen, wenn sich Deutschland für die Sommerzeit entscheidet.

Seit 1980 gibt es die Zeitumstellung in Deutschland. Die Idee: Tageslicht länger nutzen und somit Energie sparen. In der Praxis ist das aber umstritten. Außerdem geht mit der Zeitumstellung auch eine kleine Jetlag-Phase einher. Der Tagesrhythmus ist einfach gestört.

Bei einer Online-Befragung im letzten Jahr haben rund 4,6 Mio. Europäer ihre Meinung zur Zeitumstellung geäußert, wobei sich mehr als jeder vierte für eine Abschaffung aussprach.

Das Ministertreffen zur Zeitumstellung ist erst nach den Europawahlen angesetzt. Vorerst soll es im Juni stattfinden. Ob eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit eingeführt wird ist die nächste Hürde.

Aktuell gibt es eine Zeitzone die von Spanien bis Polen reicht. Bei dauerhafter Sommerzeit wäre es in Spanien bis zehn Uhr noch dunkel. Das andere Szenario – dauerhafte Winterzeit – hieße das für Polen Helligkeit ab kurz nach drei Uhr. Die andere Option, ein Wirrwarr aus Zeitzonen wird allerdings noch weniger bevorzugt.

Bevor es aber an den Verhandlungstisch gehen kann, wird in Europa ein neues Parlament gewählt.