17.01.2010 | Deutschland Drohnenangriff auf Taliban-Stellungen in Pakistan

Drohnenangriff auf Taliban-Stellungen in Pakistan
Hütten im pakistanischen Süd-Waziristan: Diese Gegend gilt als Rückzugsgebiet der Taliban.
Bei einem neuen US-Drohnenangriff auf Talibanstellungen sind am Sonntag im Nordwesten Pakistans mindestens 15 Menschen getötet worden.

Nach Geheimdienstangaben wurden bei dem Luftangriff auf Ziele in der Ortschaft Shaktoi an der Grenze zwischen Süd- und Nord-Waziristan zwei Raketen abgefeuert. Das Areal ist als Rückzugsgebiet für radikal-islamische Taliban-Kämpfer und Terroristen des Netzwerks El Kaida bekannt. «Der Tod von 15 Militanten, zumeist Usbeken, wurde bestätigt», sagte ein Geheimdienstmitarbeiter. In den Schuttbergen werde nach weiteren Toten gesucht.

Das getroffene Gebäude sei häufig von Aufständischen besucht worden, die jenseits der Grenze tödliche Anschläge auf die internationalen Truppen in Afghanistan verübten, sagte ein Sicherheitsbeamter. Das US-Militär hat seine Luftangriffe in dem Gebiet in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt.

Erst am Donnerstag war der pakistanische Taliban-Chef Hakimullah Mehsud nur knapp einem US-Raketenangriff entkommen, bei dem mindestens 13 Militante getötet wurden. In einem Anfang Januar ausgestrahlten Video war Mehsud neben dem El-Kaida-Doppelagenten zu sehen, der bei einem Selbstmordanschlag auf einer US-Militärbasis in Afghanistan Ende Dezember sieben CIA-Mitarbeiter mit in den Tod gerissen hatte.

Der pakistanische Innenminister Rehman Malik kündigte am Sonntag an, die pakistanischen Truppen - die Mitte Oktober 2009 in der Region eine Großoffensive gegen die Taliban gestartet hatten - würden die Terroristen zur Strecke bringen. Sie könnten nur überleben, wenn sie die Waffen niederlegten - und Reue zeigten. «Sonst droht ihnen ein fürchterliches Ende», sagte Malik. Die Taliban ihrerseits drohten mit Vergeltung, sollten die US-Drohnenangriffe nicht aufhören.

Rund 30 000 pakistanische Soldaten hatten am 17. Oktober die Großoffensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan begonnen. Nach Militärangaben wurden in den vergangenen drei Monaten mehr als 650 Militante und fast 90 Soldaten getötet. Die Taliban reagierten mit einer Serie von blutigen Bombenanschlägen, bei denen seit Mitte Oktober mehrere hunderte Menschen ums Leben kamen. Tausende islamistische Kämpfer sollen nach Nord-Waziristan sowie in die nahen Stammesgebiete von Kurram und Orakzai geflohen sein - die Rückzugsgebiete von Mehsud. (Quelle: Islamabad (dpa/lby))