02.08.2017 | Deutschland Eier Skandal - Aldi nimmt sämtliche Eier aus dem Verkauf

Im Skandal um giftbelastete Eier nehmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Das teilten die Unternehmensgruppen am Freitag mit.

  • Das sollten Sie über die Eier wissen: 

    Das sollten Sie über die Eier wissen: 

    Karl-Josef Hildenbrand / dpa
  • Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Ab sofort dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliege, dass sie negativ auf fipronilhaltiges Anti-Läusemittel getestet seien

    Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Ab sofort dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliege, dass sie negativ auf fipronilhaltiges Anti-Läusemittel getestet seien

    Wolfram Steinberg / dpa
  • Der Skandal um verseuchte Eier aus den Niederlanden weitet sich aus. Das giftige Insektizid Fipronil war auch in mindestens fünf deutschen Betrieben benutzt worden, gab das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekannt.

    Der Skandal um verseuchte Eier aus den Niederlanden weitet sich aus. Das giftige Insektizid Fipronil war auch in mindestens fünf deutschen Betrieben benutzt worden, gab das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekannt.

    Julian Stratenschulte / dpa
  • Die betroffenen Eier werden alle vernichtet. Im Auftrag der niederländischen Lebendmittelbehörde wurden am Dienstag (02.08) rund eine Million betroffene Eier zerstört. 

    Die betroffenen Eier werden alle vernichtet. Im Auftrag der niederländischen Lebendmittelbehörde wurden am Dienstag (02.08) rund eine Million betroffene Eier zerstört. 

    Huisman Media
  • Lassen Sie am besten die Finger von Eiern mit der Kennung NL, diese ist auf da Ei gestempelt. Diese Eier stammen aus den Niederlanden, von denen die Behörden und Verbraucherschützer warnen. Mehr Infos finden Sie hier.

    Lassen Sie am besten die Finger von Eiern mit der Kennung NL, diese ist auf da Ei gestempelt. Diese Eier stammen aus den Niederlanden, von denen die Behörden und Verbraucherschützer warnen. Mehr Infos finden Sie hier.

    Huisman Media
  • Das Insektizid Fibronil ist ein Insektengift, das unter anderem zu Bekämpfung von Läusen, Milben, Zecken Flöhen und Schaben eingesetzt wird. 

    Das Insektizid Fibronil ist ein Insektengift, das unter anderem zu Bekämpfung von Läusen, Milben, Zecken Flöhen und Schaben eingesetzt wird. 

    Huisman Media
  • Die Wirkung des Insektizids konnte bis her nur an Tierversuchen festgestellt werden. Dabei wurden Reizungen von Augen und Haut, Übelkeit und Vergiftungen festgestellt. In geringen Mengen, so wie in den Eiern ist es eher unbedenklich. Bei Kindern ist die Toleranzgrenze geringer als bei Erwachsenen. 

    Die Wirkung des Insektizids konnte bis her nur an Tierversuchen festgestellt werden. Dabei wurden Reizungen von Augen und Haut, Übelkeit und Vergiftungen festgestellt. In geringen Mengen, so wie in den Eiern ist es eher unbedenklich. Bei Kindern ist die Toleranzgrenze geringer als bei Erwachsenen. 

Im Skandal um giftbelastete Eier nehmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Das teilten die Unternehmensgruppen am Freitag mit. Es handele sich um eine «reine Vorsichtsmaßnahme», es könne weiter von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden, hieß es in der Mitteilung.

Von sofort an dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliege, dass sie negativ auf fipronilhaltiges Anti-Läusemittel getestet seien. Die Unternehmen teilten mit, das Vorgehen werde möglicherweise dazu führen, dass es zu Engpässen bei der Versorgung mit Eiern kommt.

Die Unternehmensgruppen begründeten ihr Vorgehen den Angaben zufolge damit, dass sie «Klarheit und Transparenz» bei ihren Kunden herstellen wollten. Schon seit Anfang der Woche beziehe Aldi keine Eier mehr aus gesperrten niederländischen Betrieben. Zudem seien in den vergangenen Tagen in einzelnen Regionen Freiland-, Bodenhaltungs- und Bio-Eier vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, wie es weiter hieß.

Am Donnerstagabend hatte der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin mitgeteilt, dass mittlerweile von zwölf betroffenen Bundesländern auszugehen sei. Eine Schlüsselrolle hätten Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Lage sei «unter Kontrolle», es gebe aber «noch keine Entwarnung». Vorerst nicht betroffen waren laut Bundesministerium die vier Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Diese Prüfnummern sind bisher betroffen:

Der Skandal um verseuchte Eier aus den Niederlanden weitet sich aus. Das giftige Insektizid Fipronil war auch in mindestens fünf deutschen Betrieben benutzt worden, gab das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekannt.

In einem Betrieb waren Spuren des Stoffes in den Eiern gefunden worden. In den Niederlanden wurde Fipronil in den Eiern von weiteren 17 Geflügelbetrieben nachgewiesen. Damit gelten nun Eier mit 27 Prüfnummern als gesundheitsschädlich.

Eier mit dieses Kennnummern sind in Bayern betroffen!

1-NL-4331901  //  1-NL-4035701  //  1-NL - 4339912  //  1-NL-4339301  //  1-NL-4359801  //  0- NL-4352602  //  0-NL-4031001  //  2-NL-4167901  //  1-NL-4167902  //  2-NL-4212103  //  2-NL-4332602  //  2-NL-4385702  //  1-NL-4385701

Experten erwarten, dass die Zahl - zumindest direkt in den Niederlanden - noch steigen werde, da noch nicht alle Testergebnisse der 180 gesperrten Betriebe vorlagen. Millionen mit dem Insektenvernichtungsmittel belastete Eier waren auch nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelangt und wurden inzwischen aus dem Handel genommen. Die niederländische Lebensmittelaufsichtsbehörde NVWA untersucht nun auch Nahrungsmittel, die Eier enthalten wie Mayonnaise, Pasta oder Eis auf Spuren von Fipronil.

Die NVWA warnte vor dem Verzehr von belasteten Eiern. 

In zu hoher Dosis könne das Mittel Leber, Nieren und Schilddrüse schädigen. Die Behörde schränkte aber eine allgemeine Warnung ein, nachdem der Verband der Geflügelzüchter protestiert hatte. Durch die Affäre erlitten die betroffenen Betriebe bereits Verluste in Millionenhöhe, teilte der Verband mit.

Als Ursache gilt das Desinfektionsmittel Dega-16, mit dem Blutläuse bei Geflügel bekämpft werden sollen. Die 180 Betriebe und auch mindestens fünf niedersächsische Höfe hatten das Mittel von einem niederländischen Unternehmen in Barneveld bei Amersfoort bezogen. 

Das auf ätherischen Ölen basierende Mittel war mit dem für Nahrungsmittel verbotenen Insektizid Fipronil vermischt worden.

Es darf nicht in der Geflügelzucht verwendet werden. Die belgische Staatsanwaltschaft vermutet, dass ein belgischer Händler Fipronil beigemischt hatte, wie die niederländische Agentur ANP berichtete. Unklar ist, ob der niederländische Reinigungsbetrieb davon wusste. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Das Unternehmen in Barneveld reagierte bislang nicht.

Bei einem Betrieb in der niedersächsischen Grafschaft Bentheim mit 40 000 Freilandlegehennen waren nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Rückstände von Fipronil gefunden worden. Vier weitere Betriebe, die Dega-16 erhalten hatten, wurden gesperrt.

«Den Legehennenhaltern ist absolut kein Vorwurf zu machen. Hier war an anderer Stelle kriminelle Energie im Spiel», sagte der Präsident der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch).