21.03.2019 | Deutschland EU ringt um Brexit-Verschiebung - Schwierige Verhandlungen

Brüssel (dpa) - Die Brexit-Gespräche beim EU-Gipfel in Brüssel haben sich deutlich schwieriger gestaltet als erwartet.

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    Wie oft werden sie sich wohl noch bei EU-Gipfeln treffen? Die britische Premierministerin Theresa May begrüßt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. /AP Foto: Frank Augstein
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    Noch gehört sie dazu: Die britische Premierministerin Theresa May (M.) im Gespräch mit der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite und Mark Rutte (r.), Ministerpräsident der Niederlande. /AP Foto: Frank Augstein
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    Die britische Premierministerin Theresa May machte am Vorabend des EU-Gipfels das Parlament für die sich anbahnende Verzögerung des EU-Austritts verantwortlich. /UK Parliament/AP Foto: Mark Duffy
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    Premierministerin ohne Mehrheit: Theresa May spricht vor dem britischen Parlament. /UK Parliament/AP Foto: Mark Duffy
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    Aktivisten halten ein Schild mit der Aufschrift «Make Love Not Brexit» vor dem EU-Hauptsitz hoch. /AP Foto: Frank Augstein
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt zum Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. /AP Foto: Frank Augstein
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    EU-Ratschef Donald Tusk hält eine kurze Brexit-Verschiebung für möglich. /AP Foto: Frank Augstein
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    Lastwagen auf der A526 außerhalb von Dover: Die britiscche Regierung testet jede Möglichkeit, das Brexit-Chaos zu begrenzen. Foto: Gareth Fuller/PA Wire Foto: Gareth Fuller
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    So sieht es der wohl bekannteste unbekannte Künstler der Welt: Das Brexit-Wandbild von Banksy zeigt einen Mann, der einen Stern aus der EU-Flagge heraushämmert. /AP Foto: Matt Dunham
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    Im Hafen von Dover droht nach einem ungegeregelten Brexit das blanke Chaos. /PA Wire Foto: Gareth Fuller
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    Der ehemalige Flugplatz in Manston könnte genutzt werden, um etwa 6000 Lastwagen zu parken, um die erwartete Überlastung der Häfen nach einem harten Brexit zu verringern. /PA Wire Foto: Victoria Jones
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    Grenzbeamte am Londoner Flughafen Heathrow unter einem Grenzschild. Foto: Andrew Cowie
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    Fähren im Ärmelkanal: Die britische Regierung hat Verträge mit Reedereien abgeschlossen, um mögliche Engpässe nach dem Brexit mithilfe von gecharterten Fähren abzufedern. /PA Wire Foto: Gareth Fuller
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    Protest gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU an der Grenze zwischen Irland und Nordirland. Foto: Mariusz Smiejek
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    Der millionste Honda Civic, der im Werk in Swindon gebaut wurde: Der japanische Autobauer Honda schließt sein Werk in Großbritannien. /PA Wire Foto: Barry Batchelor
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    Pro-Brexit-Demonstranten vor dem britischen Parlament: «Verschieben des Artikel 50 ist Betrug». Der Artikel regelt den Austritt eines Landes aus der EU. /AP Foto: Frank Augstein
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    Nach dem Brexit-Referendum beherrschte der geplante EU-Austritt nicht nur die Titelseiten britischer Zeitungen. Foto: Andy Rain

Brüssel (dpa) - Die Brexit-Gespräche beim EU-Gipfel in Brüssel haben sich deutlich schwieriger gestaltet als erwartet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs erwogen, Großbritannien eine Verschiebung des EU-Austritts um mehrere Wochen zu erlauben, um ein ungeregeltes Ausscheiden zu verhindern. Unklar war zunächst aber, wie lange genau und unter welchen Bedingungen.

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May hatte eigentlich einen deutlich längeren Aufschub bis zum 30. Juni erbeten, um eine problemlose Ratifizierung des Austrittsabkommen zu gewährleisten. Die EU-Kommission hatte jedoch Bedenken erhoben. Bei einer so langen Verschiebung müsse Großbritannien an der Europawahl teilnehmen, hieß es in einer internen Bewertung der Brüsseler Behörde.

Unklar war zunächst auch, was passieren soll, wenn das britische Unterhaus das Austrittsabkommen in der nächsten Woche erneut ablehnt. Die Abgeordneten haben dem Vertragspaket schon zweimal die Zustimmung verweigert. Für kommenden Montag setzte das Parlament in London eine weitere Debatte über den Brexit an. Ob und wann zum dritten Mal abgestimmt wird, blieb aber zunächst offen.

Bundeskanzlerin Merkel warb zum Auftakt des Gipfels dafür, in den Bemühungen um eine einvernehmliche Lösung mit Großbritannien nicht nachzulassen. «Wir sollten bis zum letzten Moment alles daran setzen, einen geordneten Brexit hinzubekommen», sagte sie. Allerdings schloss auch sie nicht mehr aus, dass die Bemühungen scheitern.

Etliche der Gipfelteilnehmer stellten klar, dass sie für eine kurze Brexit-Verschiebung offen sind. Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz sagte: «Ich gehe davon aus, dass wir uns heute auf ein Ja zu einer Verschiebung einigen können, natürlich nicht unter allen Umständen, aber insbesondere dann, wenn es auch eine Zustimmung im britischen Parlament gibt.»

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, bei einem erneuten Nein des britischen Parlaments steuere man auf einen ungeregelten Brexit zu - es sei denn, es gäbe in Großbritannien einen tiefgreifenden politischen Kurswechsel. Wie dieser aussehen könnte, ließ er offen. Denkbar wären ein zweites Referendum, eine Neuwahl oder ein Rücktritt Mays.

Merkel äußerte sich weniger rigoros. Die CDU-Politikerin bezeichnete die Situation als «Ereignis von historischer Bedeutung» und sagte: «Deswegen müssen wir auch behutsam vorgehen.» Merkel hofft auf eine Billigung im Unterhaus, sagte aber auch: «Wir müssen uns eben auch darauf einstellen, dass das nicht geschieht.»

Sollte das Unterhaus in den nächsten Tagen nicht zustimmen, gäbe es wohl einen Krisengipfel kurz vor dem Brexit-Tag nächsten Freitag. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sagte: «Dann müssen wir zurückkommen.» Auch Merkel brachte einen Sondergipfel ins Gespräch.

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May bekräftigte in Brüssel, sie hoffe immer noch auf ein geregeltes Ausscheiden aus der EU. Doch wollte auch sie auf mehrfache Nachfrage einen sogenannten No-Deal-Brexit nicht ausschließen. «Was jetzt zählt ist, dass wir erkennen, dass der Brexit die Entscheidung des britischen Volks ist», sagte May. «Wir müssen ihn umsetzen.» Sie appellierte vor allem an ihr eigenes Parlament, sich endlich zu entscheiden. Die britischen Wähler hatten sich im Juni 2016 mit knapper Mehrheit in einem Referendum für den EU-Austritt entschieden.

Eigentlich wollten sich die EU-Staats- und Regierungschefs mit ganz anderen Themen befassen, darunter das Verhältnis zu China, Industriepolitik, Klimaschutz und die Stärkung des Binnenmarkts.

In einer Regierungserklärung vor dem Gipfel machte sich Merkel leidenschaftlich für gemeinsame europäische Großprojekte bei Industrie und Rüstung stark. Europa müsse sich gerade jetzt auf die großen Herausforderungen durch China und die USA konzentrieren, sagte sie im Bundestag. Es seien auch «große Player notwendig, um auch Marktmacht zu erreichen und dem Mittelstand auch eine Entwicklungschance zu geben».

Die Welt ordne sich gerade neu, und die Europäer müssten sich überlegen, wie sie darauf reagieren wollten. Die Rolle Europas wachse weiter. Multilateralismus habe Europa Frieden und Wohlstand gebracht, sagte sie auch an die Adresse der USA. Das solle in Europa so weitergemacht werden, «zum Wohle aller». Um mit der Weltspitze mitzuhalten, müsse unter anderem die gemeinsame Währung gefestigt werden.