29.07.2022 | Deutschland Ab Oktober steigen die Gaspreise erneut - mehrere Hundert Euro pro Haushalt erwartet

Jetzt steht fest: Ab Oktober kommt die Gasumlage. Für Endverbraucher heißt das: Die Gaspreise steigen erneut. Was das bedeutet, mit welchen Mehrkosten ihr rechnen müsst und wie lange die Gasumlage bleiben soll, lest ihr hier.

Foto: dpa / Patrick Pleul

Ab Oktober müssen sich Gaskunden wohl auf zusätzliche Kosten einstellen. Grund dafür ist eine Umlage, mit der Gasimporteure die gestiegenen Preise an die Endkunden weitergeben können. Pro Haushalt sollen diese Mehrkosten mehrere hundert Euro jährlich betragen, meint Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.

Genaue Mehrkosten ab August

Für alle Gaskunden soll die geplante Umlage voraussichtlich ab dem 1. Oktober gelten. Wie stark der Gaspreis für die Verbraucher damit zusätzlich steigt, bleibt aber bis Ende August unklar. Erst dann soll die genaue Höhe der Umlage im Internet veröffentlicht werden. Wie viel Geld die Verbraucher am Ende mehr zahlen müssen, hängt davon ab, welche Ausgleichsansprüche die Gasimporteure geltend machten.

Wozu die Umlage?

Mit der Umlage sollen die Extrakosten der Importeure, die wegen der Drosselung russischer Lieferungen für die kurzfristige und teure Ersatz-Beschaffung von Gas aufbringen müssen, bezahlt werden. Zudem sollen die Versorger durch die Umlage die Möglichkeit bekommen, die stark gestiegenen Einkaufspreise an alle Verbraucher weitergeben können.

Zwischen 1,5 und fünf Cent

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nannte als mögliche Preisspanne zwischen 1,5 und fünf Cent pro Kilowattstunde. Das hänge von mehreren Faktoren ab, unter anderem auch von den Beschaffungskosten der Unternehmen. Der Minister schätzt, dass für eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas pro Jahr, mit Mehrkosten von einem mittleren dreistelligen Euro-Bereich zu rechnen sei. Man könne noch nicht sagen, wie hoch genau die Kosten würden.

"Aber die bittere Nachricht ist: Es sind sicherlich einige hundert Euro pro Haushalt".
Voraussichtlich bis Ende März 2024

Zahlungen werden den Berichten zufolge wohl nicht direkt ab Oktober, sondern etwas später fällig. Die Umlage soll eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024 gelten. Dafür soll per Ministerverordnung der Paragraf 26 des Energiesicherungsgesetzes in Kraft treten: Ab Oktober könne die Differenz zwischen den laufenden Tarifen und den Extrakosten der Importeure festgelegt und auf alle Kunden gleichmäßig verteilt werden. Stadtwerke etwa könnten sie dann auch Haushaltskunden weitergeben. 

Zunächst werde die Umlage auf Basis einer Annahme der Kosten berechnet und dann jeweils im Nachhinein mit den tatsächlichen Kosten verrechnet. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland werden mit Gas beheizt.

Das könnte euch auch interessieren: