29.04.2021 | Deutschland Impfung von Kindern: Diese Altersgruppen sollen schon vor dem neuem Schuljahr geimpft werden

Bisher gibt es keine Corona-Impfung für Jungen und Mädchen unter 16 Jahren. Das könnte sich für ältere Kinder bald ändern.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Mainz (dpa) - Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren können möglicherweise bereits vor dem neuen Schuljahr gegen Corona geimpft werden. Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen in Kürze die Zulassung ihres Vakzins für Kinder von 12 bis 15 Jahren in der EU beantragen, wie eine Biontech-Sprecherin am Donnerstag sagte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ging davon aus, dass im Falle einer Zulassung Kinder dieser Altersgruppe eine erste Immunisierung spätestens in den Sommerferien bekommen könnten. «Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert», sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Der Zulassungsantrag werde voraussichtlich «in den nächsten Tagen» bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA gestellt, sagte die Biontech-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet, dieser Antrag solle am kommenden Mittwoch eingereicht werden. «Wir haben die Studiendaten für die 12- bis 15-Jährigen in den USA für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung«, zitierte das Nachrichtenmagazin Biontech-Chef Ugur Şahin. Die Prüfung eines Zulassungsantrags für Corona-Impfstoffe bei der EMA dauert in der Regel wenige Wochen. Bislang ist in Deutschland kein Impfstoff für Kinder unter 16 Jahren zugelassen.

Für Kinder und Jugendliche müssen Pharmazeutika gesondert angepasst werden, da ihr Organismus nicht nach dem Prinzip «kleine Erwachsene» funktioniert. Deshalb sind eigene Studien auch vor einer Impfstoff-Zulassung nötig.

Die Impfungen für die Jüngsten in der Bevölkerung erscheinen inzwischen auch dringender als am Anfang der Pandemie - damals galten zumindest Kinder eher nicht als Treiber. Doch ihre Rolle hat sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts in Deutschland unter anderem durch die Dominanz der ansteckenderen Virusvariante B.1.1.7 geändert.