11.03.2021 | Deutschland Johnson & Johnson: Die sechs wichtigsten Fragen rund um den neuen Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den US-amerikanischen Impfstoff von Johnson & Johnson zur EU- Zulassung empfohlen. Wie wirkt das Vakzin, wer bekommt es und was sind die Nebenwirkungen? Wir beantworten euch die sechs wichtigsten Fragen.

Foto: Jessica Hill/FR125654 AP/dpa
1. Wie funktioniert der Wirkstoff?

Johnson & Johnson ist ebenso wie AstraZeneca ein sogenannter Vektorimpfstoff. Konkret bedeutet das, dass der genetische Bauplan eines Teils des Coronavirus in einen abgeschwächten Trägervirus verpackt wird, der für den Menschen nicht schädlich ist. Wird dieses Trägervirus dann verimpft, werden Teile des Virus- Erbmaterials in die menschliche Zelle übertragen, die diese dann nachbaut. So kann das Immunsystembei einer Ansteckung dann reagieren und Antiköper bilden.

Der Unterschied zu neuartigen mRNA-Impfstoffen wie sie von BioNTech/Pfizer und Moderna hergestellt werden, liegt darin, dass diese keine Teile von Viren enthalten, sondern das Erbgut des Coronavirus enthalten. Ähnlich wie bei einem Bauplan, erhalten unsere Zellen damit die nötigen Informationen, um Oberflächenproteine zu bilden, auf welche das Immunsystem reagiert und anfängt Antikörper zu bilden.

2. Für welche Altersgruppen ist er verfügbar?

In den USA hat der Impfstoff von Johnson & Johnson bereits eine Notfallzulassung. Dort werden Menschen ab 18 Jahren geimpft.

3. Wie hoch ist die Wirksamkeit?

Bei klinischen Studien zeigte sich bei den Probanden vier Wochen nach der Impfung eine Schutzwirkung von 66%. Bei Geimpften kam es somit zu drei Mal weniger Infektionen mit symptomatischen Verläufen, schwere Verläufe konnten sogar zu 85% verhindert werden.

4. Und bei Mutationen?

Auch hierzu gab es bereits Studien, bei welchen das Vakzin an Probanden in Brasilien und Südafrika getestet wurde. In Brasilien lag die Schutzwirkung des Impfstoffs dabei bei 68,1%, in Südafrika bei 64% und somit nur etwas niedriger als als in anderen Ländern, in welchen das Vakzin getestet wurde. 

5. Was sind die Vorteile?

Der Wohl größte Vorteil des Impfstoffs ist, dass er nur einmal verimpft werden muss, damit er seine Schutzwirkung entfalten kann und es nicht wie bei anderen Stoffen zwei Piekser braucht. Somit kann er wesentlich schneller an mehr Menschen verimpft werden. Darüber hinaus gestaltet sich auch die Lagerung wesentlich leichter als bei den Präparaten von BioNTech/Pfizer und Moderna, die bei Minus 20 bis Minus 70 Grad Celsius gelagert werden müssen. Wie auch bei AstraZeneca reichen dem Johnson & Johnson- Wirkstoff normale Kühlschranktemperaturen.

6.Gibt es Nebenwirkungen?

Wie bei den bereits zugelassenen Impfstoffen, klagen auch bei Johnson & Johnson manche Geimpfte über leichte Schmerzen an der Einstichstelle. Auch Kopf- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit oder Schüttelfrost gehörten zu den am häufigsten beobachteten Beschwerden. Laut Robert Koch- Institut dauerten die Nebenwirkugnen allerdings nur kurzfristig an. Einzige Ausnahme bilden Menschen mit schweren allergischen Reaktionen oder Allergien gegen die Inhaltsstoffe des Präparats. Diese sollten sich laut RKI nicht impfen lassen.

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