07.04.2009 | Deutschland Kassen erwarten Ärger wegen Zusatzbeiträgen

Kassen erwarten Ärger wegen Zusatzbeiträgen
Die gesetzlichen Krankenkassen fordern teils hohe Zusatzbeiträge. (Symbolbild)
Drei Monate nach dem Start des umstrittenen Gesundheitsfonds erwarten die gesetzlichen Krankenkassen neuen Ärger wegen Zusatzbeiträgen.

«Wenn im zweiten Halbjahr für einen Teil der Versicherten Zusatzbeiträge erhoben werden, wird das vermutlich noch mal für Unmut sorgen», sagte die Vorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, der «Zeit» (Mittwoch).

Sie habe keinen Grund, an einer Prognose des Bundesversicherungsamtes zu zweifeln, nach der in diesem Jahr rund 20 der derzeit noch 196 Kassen Zusatzprämien erheben werden, sagte Pfeiffer. Dieser Obolus zulasten der Versicherten wird fällig, wenn eine Kasse mit dem Geld aus dem Fonds nicht auskommt.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis sagte im SWR, es werde wohl «sehr schnell auch zu einer Beitragsanhebung beziehungsweise zu Zuzahlungen» kommen.

Das Bundesgesundheitsministerium forderte Pfeiffer auf, die reale Lage «wirklichkeitsnah» zu beschreiben. Die Kassen erhielten im laufenden Jahr 167 Milliarden Euro aus Beiträgen und der Kasse der Steuerzahler, sagte Sprecher Klaus Vater. Wegen der Krise ausfallende Beiträge würden bis 2010 durch die Steuerzahler ausgeglichen. «Ohne Fonds und ohne den genannten Krisenausgleich würden manche Kassen nun ihren Beitragssatz rasant anheben müssen. In Richtung 18 Prozent.» Dann gäbe es eine echte Krankenkassen-Systemdebatte. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Berlin ) (Quelle: )