23.06.2021 | Deutschland Entlastung beim CO2-Preis gekippt: So viel mehr müssen Mieter jetzt zahlen

Im Mai war sich die Koalition von Union und SPD noch einig: um Mieter zu entlasten, sollte der CO2-Preis auf Öl und Gas gleichmäßig auf Mieter und Vermieter verteilt werden. Nun entschied sich die Union dagegen. Wer jetzt zahlen soll und was ihr wissen müsst, erfahrt ihr hier.

Foto: dpa / Patrick Pleul Unionsfraktion lehnt Mieter-Entlastung bei CO2-Preisen ab.

Nun wird es doch nichts, mit der Aufteilung der Zusatzkosten durch den CO2-Preis auf Öl und Gas.  Mieter sollen allein die Kosten tragen.

Laut Unionsfraktion seien Vermieter nicht die „Verursacher“ von Heizkosten. Unionsfraktionsvize Thorsten Frei sagte der Deutschen Presse-Agentur:

„Eine Teilung der CO2-Mehrkosten zwischen Mieter und Vermieter wäre kontraproduktiv, da mit dem CO2-Preis eine Verhaltenslenkung erzielt werden soll. Es soll sich also für den Verbraucher lohnen, wenn er weniger CO2 verbraucht“
Wer zahlen muss

Nun müssen Mieter  allein die Kosten tragen. Wer allerdings Anspruch auf Wohngeld hat, soll laut Frei nicht betroffen sein. 

„Wer Transferleistungen empfängt, erhält seine Wohnkosten vom Staat. Wer Anspruch auf Wohngeld hat, bekommt seit Anfang des Jahres zehn Prozent mehr, um den CO2-Preis abzufedern“
Wie viel gezahlt werden muss

Laut einer Rechnungen von Check24, bedeutet das für eine Familie in einer Mietwohnung und einem Verbrauch von 1.000 Litern Heizöl pro Jahr, Zusatzkosten von ungefähr 79 Euro, wenn fossil geheizt wird. Eine Familie mit Haus müsste ungefähr das doppelte zahlen.


SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich äußerte sich sehr kritisch zu der Ablehnung der Union:
„Jetzt müssen die zusätzlichen Kosten allein die Mieterinnen und Mieter stemmen. So stellen wir uns sozialen Klimaschutz nicht vor.

Der Deutsche Mieterbund, bezeichnete die Entscheidung gegenüber den RND-Zeitungen als einen "Schlag ins Gesicht" der Mieterinnen und Mieter.