26.06.2020 | Deutschland Kommt der Immunitätsausweis? Das sind die Pläne der Bundesregierung

Kommt der Immunitätsausweis um eine überstandene Corona-Infektion nachweisen zu können. Die Bundesregierung ist sich uneinig.

Foto: Marijan Murat/dpa

Sollen Menschen, die eine Coronavirus-Infektion überstanden haben einen Immunitätsausweis bekommen? Mit dieser Frage beschäftigt sich gerade der Bundestag und der Ethikrat.

Die Idee dahinter: Ähnlich wie in einem Impfausweis kann hier eingetragen werden, ob man gegen das Corona-Virus immun ist. Das lässt sich zum Beispiel durch einen Test oder eine überstandene Corona-Infektion rausfinden. 

Uneinigkeit in der Regierung

Großer Befürworter der Idee ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die SPD lehnt die Einführung eines Immunitätsausweises weiterhin ab. Zuvor haben einige Medien darüber berichtet, dass nun auch die SPD den Vorschlag befürwortet. SPD-Fraktionsvize Bas stellte klar, dass ihr Statement falsch wiedergegeben worden sei und die SPD den Immunitätsausweis weiterhin ablehnt.

Bundesgesundheitsminister Spahn hat nun den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme gebeten. Dieser soll prüfen, inwiefern ein Immunitätsausweis aus ethischen Gründen einführbar ist. Die Stellungnahme steht aktuell aber noch aus.

Das sind die Kritikpunkte

Größter Kritikpunkt ist die Wirksamkeit eines Immunitätsausweises. Derzeit lässt sich nämlich noch gar nicht sagen, ob Menschen nach einer überstandenen Corona-Infektion wirklich immun gegen das Corona-Virus sind. Teilweise gab es schon Fälle, wo Menschen erneut an Corona erkrankt sind und sich keine Antikörper gebildet haben.

Zudem ist eine dauerhafte Immunität unwahrscheinlich. Virolgen gehen Stand heute davon aus, dass eine Immunität bis zu drei Jahre anhält. 

Eine Sicherheit gibt der Immunitätsausweis damit also nicht. Außerdem warnen Kritiker vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, die daraus resultieren könnte. So sind partielle Lockerungen für Menschen mit einem Immunitätsausweis denkbar, während Menschen ohne diesen Ausweis nicht von den Lockerungen profitieren dürften.