07.12.2018 | Deutschland Annegret Kramp-Karrenbauer übernimmt Merkel-Nachfolge

Nach wochenlangem Wahlkampf ist die Nachfolge von Angela Merkel an der CDU Spitze entschieden: Annegret Kramp-Karrenbauer wurde mit 517 von 999 Stimmen zur neuen Vorsitzenden gewählt.

  • <p>Die beiden Favoriten, Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer,&nbsp;im Kampf um den Parteivorsitz</p>

    Die beiden Favoriten, Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer, im Kampf um den Parteivorsitz

    Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • <p>Geballte <strong>Frauenpower</strong> in der CDU</p>

    Geballte Frauenpower in der CDU

    Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa
  • <p>Annegret Kramp-Karrenbauer als <strong>CDU-Generalsekretärin</strong> auf der letzten CDU-Vorstandssitzung</p>

    Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Generalsekretärin auf der letzten CDU-Vorstandssitzung

    Foto: Michael Kappeler/dpa
  • <p>CDU-Generalsekretärin, Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Gedenkveranstaltung zu Helmut Kohls Todestag</p>

    CDU-Generalsekretärin, Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Gedenkveranstaltung zu Helmut Kohls Todestag

    Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
  • <p><strong>Manuela Schwesig (SPD)</strong>, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, und <strong>Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)</strong>, ehemals Ministerpräsidentin des Saarlandes,&nbsp;bei der <strong>Konferenz der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten</strong>.</p>

    Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), ehemals Ministerpräsidentin des Saarlandes, bei der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten.

    Foto: Wolfgang Kumm/dpa
  • <p>"<em style="background-color: initial;">AKK</em>" nach der Wahl zur Ministerpräsidentin des Saarlandes.</p>

    "AKK" nach der Wahl zur Ministerpräsidentin des Saarlandes.

    Foto: Oliver Dietze/dpa
  • <p><strong>Annegret Kramp-Karrenbauer</strong> bei der Narrenschau in Riegelsberg als Putzfrau Gretel.</p>

    Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Narrenschau in Riegelsberg als Putzfrau Gretel.

    Foto: Oliver Dietze/dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Bundesvorsitzende der CDU. Die Delegierten des Parteitages in Hamburg wählten die bisherige CDU-Generalsekretärin mit knapp 52 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin von Angela Merkel.

Für den früheren Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz entschieden sich gut 48 Prozent der Delegierten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn war im ersten Wahlgang ausgeschieden. Er erhielt 157 Stimmen und damit deutlich weniger als Kramp-Karrenbauer (450 Stimmen) und Merz (392 Stimmen).

Kramp-Karrenbauer wollte noch auf dem Parteitag verkünden, mit wem sie als Generalsekretär der CDU zusammenarbeiten will. Sie reagierte gerührt auf das Vertrauen, dass ihr die Delegierten mit dem Wahlergebnis ausgesprochen haben.

Kramp-Karrenbauer siegt bei Stichwahl

Erstmals seit 1971 entschieden die CDU-Delegierten bei der Wahl ihres Vorsitzenden zwischen mehreren Kandidaten. Die frühere Parteichefin begrüßte den Wettbewerb: «Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht», sagte Merkel noch einen Tag vor der Wahl. Merkel gibt zwar den CDU-Vorsitz ab, bleibt aber weiterhin Kanzlerin. 

Mit 517 von 999 Stimmen hat sich Annegret Kramp-Karrenbauer gegen ihre Mitstreiter im Rennen um den CDU-Vorsitz durchgesetzt. Sechs Männer und eine Frau - sieben Vorsitzende hatte die CDU seit ihrer Gründung als Bundespartei 1950. Mehr als 25 Jahre stand Helmut Kohl an der Spitze der Partei, länger als jeder andere. 18 Jahre und 8 Monate war es Angela Merkel und nun folgt ihr Annegret Kramp-Karrenbauer. 

Neben dem Vorsitzenden, den fünf Stellvertretern, dem Schatzmeister und fünf weiteren Präsidiumsmitgliedern werden in Hamburg auch 26 Mitglieder des Bundesvorstands sowie 19 Beisitzer gewählt. In der Wählergunst legte die CDU kurz vor dem Parteitag deutlich zu. Im neuen ARD-Deutschlandtrend gewannen CDU und CSU vier Prozentpunkte hinzu und kamen somit auf 30 Prozent. In der Umfrage sprachen sich 45 Prozent der befragten Wähler für Kramp-Karrenbauer aus, 30 Prozent für Merz und 10 Prozent für Spahn. Für den Parteitag ist diese Erhebung allerdings nicht direkt relevant, da dort nur die Delegierten abstimmen durften. 

Annegret Kramp-Karrenbauer in Zahlen:

Foto: dpa
  • geboren am 9. August 1962 in Völklingen (Saarland)
  •  seit 1981 in der CDU
  •  Jura- und Politikstudium in Trier und Saarbrücken (1982-1990)
  •  ab 1999 im saarländischen Landtag
  • ab 2000: Innenministerin im Saarland; erste Chefin dieses Ressorts in Deutschland
  • ab 2007: wechselnd weitere Ministerämter im Saarland: Bildung/Familie/Kultur, später Arbeit, dann Justiz, schließlich Wissenschaft/Forschung
  • seit 2010: Mitglied im Präsidium der CDU
  • 2011 bis 2018: Ministerpräsidentin des Saarlands
  • seit 2018: CDU-Generalsekretärin
  • katholisch, verheiratet, drei Kinder