30.03.2009 | Deutschland Manche Ärzte sollen mehr bekommen

Manche Ärzte sollen mehr bekommen
Die KBV will, dass Ärzte mehr Leistungen außerhalb ihrer Quartals-Obergrenzen abrechnen können.
Die umstrittene Honorarreform für die rund 140 000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland soll nachgebessert werden. Für bestimmte Behandlungen und Diagnosen sollen die Ärzte nach Vorstellungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mehr Geld bekommen.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag in Berlin aus Verhandlungskreisen. Die Fragen wurden am Montag im Bewertungsausschuss von Ärzten und gesetzlichen Krankenkassen beraten.

Noch unklar war am Mittag, ob es bis zum Abend Ergebnisse geben werde. Die Gespräche seien zwar konstruktiv, hieß es. Allerdings war zunächst unklar, ob die Datenbasis für Beschlüsse ausreiche. Auch eine Vertagung war möglich.

«Wir erwarten konstruktive Gespräche», sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl, der dpa zum Auftakt der Verhandlungen. Die Krankenkassen gaben sich vorsichtig optimistisch. «Hier werden wir uns offen zeigen», sagte der Vizechef des Kassen-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, im Deutschlandradio Kultur.

Die KBV will, dass Ärzte mehr Leistungen außerhalb ihrer Quartals- Obergrenzen abrechnen können. Etwa die Bezahlung von Darmspiegelungen und bestimmten Behandlungsgesprächen soll nach dpa-Informationen aus dem sogenannten Regelleistungsvolumen herausgenommen werden. Seit Monaten protestieren tausende Fachärzte gegen befürchtete Einschnitte beim Einkommen. Die Behandlungen und Diagnosen werden nur bis zu bestimmten Grenzen voll bezahlt. Dabei bekommen die Ärzte Durchschnitts-Pauschalen. Extra gibt es Geld für verschiedenste Leistungen wie ambulantes Operieren. Die KBV will nun, dass hier weitere Posten aufgenommen werden. Nachteile für Praxen mit insgesamt weniger Patienten aber qualitätsvollen Leistungen sollen ausgeglichen werden.

Mehr Geld für die Ärzte schloss von Stackelberg aus. Die mehr als drei Milliarden Euro zusätzlich für die Ärzte im Vergleich zu 2007 reichten vollkommen aus. Insgesamt sind mehr als 30,5 Milliarden Euro in diesem Jahr allein von den gesetzlichen Kassen vorgesehen.

Stackelberg sagte, er unterstütze den Vorschlag von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die Honorare von Arztgruppen zu veröffentlichen. Dies könne zu mehr Transparenz und zu einer sachlicheren Diskussion führen. Ärzten, die Patienten gegen Vorkasse behandeln, kritisierte der Kassen-Vertreter scharf. «Das ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Pflichten von Vertragsärzten. Da darf es kein Pardon geben», sagte er. Die Krankenkassen seien aufgefordert, in solchen Fällen Anträge auf Entzug der ärztlichen Zulassung zu stellen.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kritisierte im «Handelsblatt»: «Das Versprechen aus Berlin zum Start des Gesundheitsfonds war, dass kein Arzt in Deutschland weniger Geld hat.» Jetzt gebe es Regionen und Facharztgruppen, bei denen es anders sei. «Das muss beendet werden.» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Berlin ) (Quelle: )