02.04.2009 | Deutschland Nervosität vor Nordkoreas geplantem Raketenstart

Nervosität vor Nordkoreas geplantem Raketenstart
Ein Foto des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Il mit Militärangehörigen. (Archivbild)
Der von Washington und Seoul misstrauisch erwartete Start einer Rakete in Nordkorea rückt näher. Die USA und Südkorea erhöhten ihren Druck auf das Regime in Pjöngjang. Der US-Sender CNN berichtete, Nordkorea habe mit dem Betanken der Rakete begonnen.

US-Präsident Barack Obama und sein südkoreanischer Amtskollege Lee Myung Bak betonten nach Angaben des Präsidialamtes in Seoul, dass ein «striktes und geschlossenes» Vorgehen der internationalen Gemeinschaft gegen Nordkorea im Falle des Raketenstarts nötig sei. Die nordkoreanische Volksarmee drohte mit Angriffen auf «wichtige Ziele» in Japan, sollten die japanischen Streitkräfte versuchen, den Flugkörper abzuschießen.

Obama und Lee besprachen sich am Rande des G20-Gipfels in London. Die beiden Staatschefs wollen nach Angaben Seouls gemeinsam darauf hinarbeiten, dass die Welt geschlossen auf den nordkoreanischen Raketenstart reagiert. Die USA, Südkorea und Japan hatten bereits zuvor gewarnt, das umstrittene Vorhaben des kommunistischen Landes vor den UN-Sicherheitsrat zur Sprache zu bringen.

Nordkorea hat für die Zeit vom 4. bis 8. April den Start eines Fernmeldesatelliten angekündigt. Die USA und ihre Bündnispartner werfen Nordkorea jedoch vor, den Test seiner Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 verschleiern zu wollen. Die Rakete könnte nach Angaben von US-Militärs bei weiterem technischen Fortschritt einen Atomsprengkopf auf amerikanisches Gebiet tragen. Obama forderte erneut von Nordkorea den Verzicht auf Atomwaffen. Die «nachweisbare Beseitigung der nordkoreanischen Atomwaffen und des nuklearen Programms» bleibe Ziel der US-Politik, betonte Obama in London.

Nach Darstellung von US-Militärs lasse die Betankung der Rakete erkennen, dass der Start kurz bevorstehe, berichtete CNN. Die Militärs beriefen sich dabei auf neueste Satellitenbilder von der Abschussrampe im Nordosten Nordkoreas. An der verdeckten Spitze des Flugkörpers sei eine Verdickung zu sehen, die auf einen möglichen Satelliten als Traglast schließen lasse.

Sollte Japan die Rakete abfangen, werde Nordkorea nicht nur gegen «bereits stationierte» Abfangsystem zurückschlagen, sondern auch gegen «wichtige Ziele» in Japan, drohte die Volksarmee in einer Erklärung. Nach Berichten südkoreanischer Medien brachte Nordkorea ein Geschwader von Kampfjets des Typs MiG-23 entlang der Ostküste in Stellung. Japan hatte erstmals Vorkehrungen zur Mobilisierung seines Raketenabwehrsystems getroffen. Notfalls sollen die nordkoreanische Rakete oder deren Trümmerteile abgeschossen werden, sollten sie bei einem misslungenen Flug auf japanisches Gebiet stürzen. Die Möglichkeit wird jedoch als gering eingeschätzt. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Seoul/London ) (Quelle: )