28.11.2009 | Deutschland «Neue Dynamik» im Namensstreit um Mazedonien

«Neue Dynamik» im Namensstreit um Mazedonien
Mazedonier zeigen ein Banner, auf dem sie ihr Recht auf den Namen Mazedonien reklamieren.
In den Streit zwischen Athen und Skopje um den Namen Mazedonien ist Dynamik gekommen. Die Ministerpräsidenten Griechenlands und Mazedoniens, Giorgos Papandreou und Nikola Gruevski, trafen sich am Freitagabend auf der griechischen Seite der Grenze in der Nähe des Sees Prespa.

Dabei wurde erstmals auf höchster politischer Ebene das Thema des Namensstreits erörtert. Ein Durchbruch ist jedoch nicht in Sicht. Bislang führten die beiden Seiten Gespräche nur auf Botschafterebene unter UN-Schirmherrschaft. Kommentatoren in beiden Ländern äußerten sich am Samstagmorgen zuversichtlich, dass dieses Treffen auf höchster Ebene zur Annäherung zwischen Skopje und Athen und mittelfristig zur Beilegung des Namensstreits beitragen könnte.

«Wir wollen den Verhandlungen unter UN-Schirmherrschaft eine neue Dynamik geben», sagte der stellvertretende griechische Außenminister Dimitris Droutsas im griechischen Fernsehen am Samstag. «Wir werden jedoch das Thema nicht von heute auf morgen lösen», sagte er weiter.

Der mazedonische Regierungschef Nikola Gruevski äußerte sich zurückhaltend. Es habe keinen Durchbruch gegeben. Das Treffen als solches sei aber eine positive Entwicklung. Die griechische Methode von «Erpressungen und Blockaden» sei jedoch nicht gut, hieß es weiter. Die beiden Regierungschefs erschienen lächelnd, tauschten Geschenke aus. Die Lösung des Streits werde jedoch frühestens im kommenden Jahr erwartet, hieß es.

Wegen des Namensstreits blockiert Griechenland seit längerem die Verhandlungen über ein Beitritt Skopjes zur EU sowie die Aufnahme seines nördlichen Nachbarn in die NATO. Griechenland lehnt aber nicht mehr das Wort Mazedonien im Namen seines nördlichen Nachbarn ab, wie es noch in den vergangenen Jahren der Fall war.

Athen wünscht als Kompromisslösung, dass das Nachbarland einen Namen mit einer geografischen Definition wie Nordmazedonien annimmt, damit es zu keinen Verwechslungen mit der nordgriechischen Provinz Makedonien kommt. Der EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn hatte am Freitag in einem offenen Brief an die Regierung in Skopje appelliert, einzulenken. Anderenfalls werde es schwierig sein, zu sagen, «wann und wie EU-Beitrittsverhandlungen Mazedoniens aufgenommen werden könnten», meinte Rehn. (Quelle: Athen/Skopje (dpa/lby))