12.01.2021 | Deutschland Neuer Vorstoß: Söder prüft Impfplicht für Pflegekräfte

Seit Impfstart Ende letzten Jahres wird über eine verhältnismäßig geringe Impfbereitschaft von Pflegekräften berichtet. Ministerpräsident Söder rief deshalb den Deutschen Ethikrat dazu an, um eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu prüfen.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Seit Ende 2020 wird in Deutschland geimpft und über eine halbe Million haben sich bereits gegen das Coronavirus immunisieren lassen. 

Geringe Bereitschaft verzeichnet

Dort, wo es aber vermehrt zu Übertragungen kommen kann, scheint die Impfbereitschaft noch nicht so hoch wie von der Politik erwartet. Ministerpräsident Markus Söder hat deshalb eine mögliche Impfpflicht für Menschen in Pflegeberufen ins Gespräch gebracht. Der Süddeutschen Zeitung sagte er dazu

"Unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine zu hohe Impfverweigerung“.

Deshalb wäre es

„gut, wenn der deutsche Ethikrat Vorschläge machen würde, ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre“.
Keine konkreten Zahlen

Was die Impfbereitschaft angeht, gibt ihm bei diesem Vorstoß eine Umfrage der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin recht. Nach dieser würde sich aktuell in etwa die Hälfte der Pflegekräfte nicht impfen lassen. Echte, empirisch belegte Zahlen gibt es dazu aber noch nicht.

Staatliche Impf-Kampagne

Trotzdem will Markus Söder zur Tat schreiten und Impfen mit einer großangelegten Kampagne populärer machen. Konkret sagt er man brauche:

 „eine große staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft, an der sich Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen“.

Sich für eine Immunisierung gegen Corona zu entscheiden, könne laut dem Ministerpräsidenten als Bürgerpflicht angesehen werden. Er selbst sieht sich dabei auch in einer Vorbildrolle:

 „Wenn die Alten- und Pflegeheime durchgeimpft sind, könnten sich auch die Spitzen des Staates als Vorbild impfen lassen“.

Das gehe aktuell aber nicht, weil

"wir uns zu Recht zuerst um die besonders gefährdeten Mitbürger kümmern“.
Kritik

Der Deutsche Städtetag sieht Söders Vorstoß kritisch. So heißt es die Forderung nach einer Impfpflicht käme zu früh, man habe nämlich noch nicht alle Möglichkeiten ausgereizt um Überzeugungsarbeit zu leisten. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy entgegnet Söders Forderung:

"Und jetzt zu sagen, wir können euch nicht überzeugen, also zwingen wir euch - das kommt mir ein bisschen früh. Ich fürchte, dass die Geschichte auch nach hinten losgehen kann".