08.07.2017 | Deutschland Polizei in Hamburg im Dauereinsatz

Hamburg (dpa) - Nach der zweiten heftigen Krawallnacht in Hamburg rechnet die Polizei auch zum Abschluss des G20-Gipfels mit gewaltsamen Protesten. Die Gewalttäter würden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit unter die Demonstration «Grenzenlose Solidarität statt G20» mischen, erklärte Polizeipräsident Meyer.

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    Das Bild wird um die Welt gehen! Ein Hamburger Polizist 29 Jahre sitzt Fix und Fertig am Straßenrand, Er sowie Hunderte andere Kollegen sind über 30 Stunden im Einsatz! Foto: Polizei Hamburg
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    Blick in einen verwüsteten und geplünderten Drogeriemarkt im Hamburger Schanzenviertel. Foto: Christian Charisius
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    Mitarbeiter der Stadtreinigung säubern in Hamburg die Straße Schulterblatt im Schanzenviertel von den Verwüstungen aus der Nacht. Foto: Christian Charisius
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    Das Interieur eines Frisörladens ist in Hamburg im Schanzenviertel vollständig zerstört worden. Foto: Axel Heimken
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    Nach der Randale: Ein Geschäft im Hamburger Schanzenviertel mit zerstörten Fensterscheiben. Foto: Daniel Bockwoldt
  • Foto: Markus Scholz
    Verwüstung, Zerstörung, Gewalt. Ein herausgerissenes Straßenschild liegt in den Flammen. Foto: Markus Scholz
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    Blick in eine geplünderte Filiale einer Supermarkt-Kette in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt
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    Polizisten in St. Pauli in Hamburg vor der Kulisse einer brennenden Barrikade. Foto: Boris Roessler
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    Eine brennende Barrikade bei Ausschreitungen von Linksextremen. Foto: David Young
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    Spezialkräfte der Polizei sammeln sich im Schanzenviertel in Hamburg. Foto: Bodo Marks
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    Ein Randalierer wirft im Schanzenviertel in Hamburg einen Biertisch in eine brennende Barrikade. Foto: Bodo Marks
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    Ein Linksautonomer holt während der Proteste gegen den G20-Gipfel zum Flaschenwurf aus. Rund 200 sind bei den Krawallen bisher verletzt worden. Foto: Axel Heimken
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    Eine brennende Barrikade im Schanzenviertel. Foto: Markus Scholz
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    Randalierer stapeln am Neuen Pferdemarkt in Hamburg Pflastersteine auf. Foto: Markus Scholz
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    Polizisten im Einsatz in Hamburg St. Pauli. Foto: Boris Roessler
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    Ein Demonstrant stellt sich im Bereich der Reeperbahn in Hamburg einem Wasserwerfer entgegen. Foto: Boris Roessler
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    Straßenschlacht: Die Polizei setzt in Hamburg nahe der Elbphilharmonie Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Foto: Boris Roessler Foto: Boris Roessler
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    Randalierer haben im Hamburger Schanzenviertel eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Foto: Christian Charisius
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    Bilder wie in einem Bürgerkrieg: Vor den Hamburger Landungsbrücken treffen Polizisten und Demonstranten aufeinander. Foto: Daniel Reinhardt
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    Konfrontation: Polizisten versuchen, mehreren Tausend Demonstranten den Weg zur Elbphilharmonie abzuschneiden. Foto: Boris Roessler Foto: Boris Roessler
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    Verletzte auf beiden Seiten: Polizisten kümmern sich um einen am Boden liegenden Kollegen. Foto: Boris Roessler
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    Melania Trump konnte zunächst das Gästehaus des Senats nahe der Alster nicht verlassen, weil Demonstranten das Gebäude belagerten. Foto: Bodo Marks
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    Pfefferspray-Einsatz am Gorch-Fock-Wall in Hamburg. Foto: Boris Roessler Foto: Boris Roessler
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    Ein Drink nach Feierabend: Der Polizist Alexander Schittenhelm steht mit zwei Polizeipferden der Polizei auf der Moorweide in Hamburg. Foto: Sina Schuldt Foto: Sina Schuldt
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    Ein Feuerwehrmann löscht in Altona ein brennendes Auto. Foto: Bodo Marks
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    Ausgebrannte Autos in Hamburg-Altona: Auch am Morgen nach der «Welcome to Hell»-Demo geht die Gewalt weiter. Foto: Friso Gentsch Foto: Friso Gentsch
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    Ein Auto steht während der Demonstration «Welcome to hell» in Flammen. Foto: Christophe Gateau
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    Umringt: Einer Frau, die auf ein Polizeifahrzeug geklettert war, ist deutlich anzusehen, dass Pfefferspray zum Einsatz kam. Foto: Boris Roessler Foto: Boris Roessler
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    Die Trümmer vom Donnerstagabend liegen noch im Schanzenviertel. Foto: Daniel Bockwoldt
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    Die Polizei setzte an mehreren Stellen Wasserwerfer ein. Foto: Daniel Reinhardt Foto: Daniel Reinhardt
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    Belagerungszustand: Polizisten und Wasserwerfer sperren in Hamburg das Gebiet vor der Elbphilharmonie ab. Foto: Boris Roessler
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    Aktivisten stehen im Hamburger Schanzenviertel vor einer brennenden Barrikade. Foto: Boris Roessler

Hamburg (dpa) - Nach der zweiten heftigen Krawallnacht in Hamburg rechnet die Polizei auch zum Abschluss des G20-Gipfels mit gewaltsamen Protesten. Die Gewalttäter würden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit unter die Demonstration «Grenzenlose Solidarität statt G20» mischen, erklärte Polizeipräsident Meyer.

«Es ist davon auszugehen, dass erneut kein friedlicher Protest möglich sein wird.» Zu der Demonstration, die auch von autonomen und linksextremen Gruppen unterstützt wird, versammelten sich am Mittag mehrere Tausend Menschen. Insgesamt werden bis zu 100 000 Menschen erwartet.

Die Aufräumarbeiten kamen nach den heftigen Ausschreitungen im linksalternativen Hamburger Schanzenviertel schnell voran. Die Proteste waren am späten Freitagabend eskaliert. Zunächst konnten Randalierer mehrere Stunden lang an der Straße Schulterblatt frei gewähren. Ein Laden der Drogerie-Kette Budnikowsky und ein Rewe-Supermarkt wurden geplündert.

Danach ging die Polizei mit einem massiven Aufgebot und Spezialkräften gegen mehrere hundert Randalierer vor. Mit gepanzerten Fahrzeugen wurden brennende Barrikaden weggeschoben. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Lage. Vereinzelt kam es in den frühen Morgenstunden noch zu Flaschenwürfen auf Polizeifahrzeuge.

«G20: Eine solche Nacht darf sich in unserem Rechtsstaat nicht wiederholen!», twitterte die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sprach von «bürgerkriegsähnlichen Zuständen».

Hamburgs CDU-Oppositionschef André Trepoll warf Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) vor, bei der Einschätzung der Sicherheitslage rund um den G20-Gipfel versagt zu haben. Die Lagebewertung des rot-grünen Senats habe sich bereits am ersten Tag als völlig falsch erwiesen. «Wie kam es zu der Einschätzung, man könne den Gipfel mit dem Hafengeburtstag gleichsetzen?» Weshalb Scholz seine «markige Sicherheitsgarantie» für den Gipfel nicht habe halten können, müsse im Zentrum der politischen Aufarbeitung stehen. Scholz äußerte sich sehr besorgt über die schweren Ausschreitungen und forderte gewalttätige Demonstranten zum sofortigen Rückzug auf.

Ein Großteil der Warenhäuser und Geschäfte in der Hamburger Innenstadt blieb am Samstag geschlossen, wie City-Managerin Brigitte Engler der Deutschen-Presse-Agentur sagte. Ladenschließungen seien von den Geschäftsleuten mit dem Schutz der Mitarbeiter angesichts der Bilder aus der Krawallnacht begründet worden.

Die Polizei griff bei den schweren Krawallen nicht früher ein, weil sie nach eigenen Angaben um das Leben ihrer Beamten fürchtete. Die Polizei habe Erkenntnisse gehabt, dass Gehwegplatten auf Dächern abgelegt und Brandflaschen vorbereitet worden seien. Während des Einsatzes sei mit Stahlkugeln auf Polizisten geschossen worden, sagte Sprecher Timo Zill. «Es ging eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Polizeibeamten aus. Wir wollten nicht schlecht vorbereitet in das Schanzenviertel gehen und die Räumung nicht durchbekommen.»

Die Randalierer hatten eine Spur der Verwüstung hinterlassen: Zerstörte Fahrräder, Mülltonnen, Steine und Trümmer lagen auf der Straße, Fensterscheiben waren eingeschlagen. Es roch nach verbranntem Plastik. Auf dem Rollladen eines Geschäfts stand «Chaostage Hamburg».

Bei den gewaltsamen Protesten wurden nach Angaben der Hamburger Polizei bisher mindestens 213 Beamte verletzt (Stand: 10.00 Uhr). In der Krawallnacht zum Samstag seien 43 Menschen festgenommen und 96 in Gewahrsam genommen worden. Seit Beginn des Polizeieinsatzes am 22. Juni wurden den Polizeiangaben zufolge bisher insgesamt 143 Menschen fest- und 122 in Gewahrsam genommen. Zur Zahl der verletzten Demonstranten konnten weder Polizei noch Feuerwehr Angaben machen.

Andreas Blechschmidt vom linksautonomen Kulturzentrum «Rote Flora» distanzierte sich von den Gewaltexzessen. «Wir haben den Eindruck gehabt, dass sich hier etwas verselbstständigt hat, dass hier eine Form von Militanz auf die Straße getragen wurde, die sich so ein bisschen an sich selbst berauscht hat - und das finden wir politisch und inhaltlich falsch», sagte Blechschmidt dem NDR.

Zum Abschluss des G20-Gipfels am Samstag in Hamburg erwartet zudem die Initiative «Hamburg zeigt Haltung» 20 000 bis 30 000 Demonstranten bei ihrer Veranstaltung (12.00 Uhr), die am Hafenrand entlang bis zum Fischmarkt führen soll. Hinter «Hamburg zeigt Haltung» steht ein breites Bündnis von Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, SPD, Grünen und Künstlern.