26.10.2009 | Deutschland Schwere Gefechte im Nordwesten Pakistans

Schwere Gefechte im Nordwesten Pakistans
Pakistanische Soldaten kontrollieren Zufahrtswege nach Süd Waziristan. (Archivbild)
Bei heftigen Gefechten zwischen pakistanischen Sicherheitskräften und Kämpfern der radikal-islamischen Taliban sind im Nordwesten des Landes mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen.

Allein im Rahmen der Großoffensive des Militärs im Stammesgebiet Süd-Waziristan starben am Montag 19 Aufständische und 6 Soldaten. Wie die Armee mitteilte, festigten Regierungstruppen zudem ihre Stellungen in der am Wochenende unter Kontrolle gebrachten Region um Kotkai, der Heimatstadt von Taliban-Chef Hakimullah Mehsud.

In dem an Waziristan grenzenden Distrikt Hangu wurden 15 Taliban und ein Soldat getötet, als die Truppen in der Nacht zu Montag einen Angriff der Aufständischen auf einen Militärposten zurückschlugen. Bei einem weiteren Feuergefecht im Stammesgebiet Bajaur starben nach Angaben aus Geheimdienstkreisen sechs Extremisten und vier Soldaten.

Knapp eine Woche nach dem Selbstmordanschlag auf die Islamische Universität von Islamabad und der vorübergehenden Schließung aller Bildungseinrichtungen des Landes nahmen unterdessen viele Schulen und Universitäten wieder den Betrieb auf. In den bevölkerungsreichen Provinzen Punjab und Sindh sowie in der Hauptstadt Islamabad laufe der Unterricht seit Montag wieder normal, berichtete der Sender Geo TV. Gleichzeitig habe die Regierung die Sicherheitskräfte angewiesen, die Kontrollen vor Bildungseinrichtungen massiv zu verstärken.

Die Armee führt seit mehr als einer Woche eine Großoffensive gegen die Extremisten in deren Hochburg Süd-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan. Auslöser dafür war eine blutige Terrorserie der Taliban in mehreren pakistanischen Großstädten. Kurz nach Beginn der Militäroperation hatten Selbstmordattentäter der Taliban an der Universität von Islamabad vier Menschen mit in den Tod gerissen.

Im Westen Afghanistans starben sieben US-Soldaten und drei Zivilisten, als ein Transporthubschrauber aus bislang ungeklärter Ursache abstürzte. 26 weitere Menschen an Bord seien verletzt worden, teilte die ISAF mit. Einen Beschuss des Helikopters durch Kämpfer der radikal-islamischen Taliban schloss die ISAF aus.

Vier weitere US-Soldaten starben im Süden Afghanistans, als zwei Kampfhubschrauber in der Luft zusammenstießen und abstürzten. Die Ursache werde untersucht, hieß es in einer Erklärung der US-Armee. Einen Angriff von Aufständischen wurde ebenfalls ausgeschlossen. (Quelle: Islamabad (dpa/lby))