05.03.2021 | Deutschland Smudo und die Luca-App: Mit dem Smartphone aus dem Lockdown?

Eine brandneue App soll helfen, schrittweise wieder ein normales Leben zu führen. Wie? Die App erfasst per Check-In, wenn wir z.B. unser Lieblingsrestaurant betreten. Eine Möglichkeit um bald wieder geregelte Öffnungen trotz Pandemie zu ermöglichen. Smudo von den Fantastischen Vier hat die App mitentwickelt - und sie sorgt jetzt schon für viele positive Stimmen.

Foto: Axel Heimken / dpa

Wir alle sehnen uns nach Normalität: Normal zum Friseur gehen zu können, normal zur Arbeit gehen zu können, aber auch normal einfach mal wieder ins Lieblingscafé zu gehen. Um das gesellschaftliche Leben langsam wieder hochzufahren, könnte die Luca-App helfen. Sie hat schon jetzt viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, u.a. weil sie von Musiker Smudo von den Fantastischen Vier mitentwickelt wurde. 

Ich bin davon überzeugt, dass Luca uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird,

sagte Smudo gegenüber der dpa und:

Für uns ist das eine reelle Öffnungsstrategie.

Aber was macht sie anders? Auch sie soll eine lückenlose und digitale Kontaktnachverfolgung ermöglichen wie die Corona Warn-App - aber in mehr Bereichen unseres Lebens. Der Besuch im Lieblingsrestaurant? Kein Problem - kurzer Check-In mit der App und los geht's. Das zumindest ist die Grundidee und damit soll uns die Luca-App auch während der Pandemie mehr Freiheiten bringen und so vielleicht sogar den Lockdown beenden?! 

Wie genau funktioniert die App?

In den App-Stores von Google und Apple war die Luca-App in den vergangenen Tagen auf Platz 1 und erlebte einen regelrechten Ansturm. Hinter Luca steckt das Entwicklerteam culture4life GmbH. Ihr müsst euch nach dem Download registrieren lassen und zunächst eure persönlichen Kontaktdaten eintragen.

Dazu wird eure Handynummer mittels einer SMS noch einmal gecheckt. So könnt ihr nach einer Risiko-Begegnung auch direkt erreicht werden.
Die App-Macher wollen so aber nicht nur Fake-Einträge vermeiden, sondern die sensiblen Gästedaten besser schützen als auf Papierlisten.

Lückenloses Kontakt-Tagebuch

App-Nutzer sollen ihren Restaurant-Besuch ganz einfach dokumentieren können. Helfen sollen dabei QR-Codes, die man beim Eintritt scannt. Beim Verlassen checkt man dann wieder aus. So entsteht auch ein lückenloses Kontakt-Tagebuch. Wenn ein Infektionsfall eintritt, werden so alle Gäste und das Gesundheitsamt schnell informiert. Das ist natürlich in der Theorie ebenso für Konzertbesuche oder dergleichen anwendbar.

Was sagen Sicherheitsexperten?

Sicherheitsexperten wie Rüdiger Trost von F-Secure sehen es als Vorteil, dass die Luca-App nicht vom Staat in Auftrag gegeben wurde.

"Hätte eine staatliche Behörde die App entwickelt, die Name, Adresse und Handynummer abfragt, wären die Vorbehalte groß gewesen und niemand würde ihr trauen. Die App würde zerredet, und das Vertrauen sinken."

Das Konzept überzeugt den Sicherheitsexperten:

"Mehrfache Verschlüsselung und explizite Freigabe der Daten durch den Nutzer zeigen, dass man sich über Sicherheit und Datenschutz schon in der Designphase Gedanken gemacht hat."
Noch nicht alle Gesundheitsämter angeschlossen

Derzeit probieren schon einige Gesundheitsämter die Kooperation aus. Es gibt immer mehr Fürsprecher der App. Unter zahlreichen Politikern ist auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet von Luca überzeugt.

Auch Bayern will die App künftig für die Kontaktnachverfolgung nutzen. Ministerpräsident Söder hat angekündigt, dass der Freistaat eine entsprechende Lizenz für die App erworben hat. 

Foto: Axel Heimken / dpa

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