18.10.2019 | Deutschland 91,3 Prozent - Markus Söder als CSU-Chef bestätigt

Markus Söder ist erneut als CSU-Chef gewählt worden. Im Grund war das reine Formsache - spannend ist, mit welcher Prozentzahl Söder gewählt wurde - mit 91,3 Prozent.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. /dpa
Foto: Peter Kneffel / Dpa Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. /dpa

Nur neun Monate nach seiner ersten Kür zum CSU-Chef muss sich Markus Söder der Wiederwahl stellen. Die Wahl auf dem großen Parteitag an diesem Freitag ist zwar reine Formsache - von Interesse war aber im Vorhinein, ob der 52-Jährige sein Ergebnis aus dem Januar steigern kann - er konnte. Er wurde mit 91,3 Prozent wieder gewählt.

Im Januar war Söder mit 87,4 Prozent zum Nachfolger von Horst Seehofer gewählt worden, der nach massivem internem Druck auch das Vorsitzenden-Amt vorzeitig an seinen langjährigen Rivalen abgeben musste. Die CSU wählt alle zwei Jahre einen neuen Vorsitzenden.

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber zollte Söder Respekt und forderte von der Partei auch eine stärkere Mannschaftsleistung. Söder sei nach einem Dreivierteljahr im Amt völlig unangefochten, habe eine große Autorität und habe auch inhaltlich die Zeichen der Zeit erkannt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München. «In der CSU ist man mit Inhalt und Stil der Arbeit von Söder in einem hohen Maße einverstanden.» 

Spannend: Obwohl Söder die CSU völlig unangefochten anführt, hat er seiner Partei viel abverlangt - vor allem in der Umwelt- und Klimaschutzpolitik ist sie jetzt auf einem grüneren Kurs. Bei der Abstimmung könnte ein schlechteres Ergebnis daher als Kritik an diesen Zielsetzungen gesehen werden.

Neben Söder wurde der gesamte Parteivorstand neu gewählt. Bei den Stellvertretern gab es nur eine Veränderung: Der Augsburger Landrat Martin Sailer wird den scheidenden Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl beerben. Vizes bleiben sollen EVP-Fraktionschef Manfred Weber, Europagruppenchefin Angelika Niebler, die Berliner Digital-Staatsministerin Dorothee Bär und die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Am Samstag, dem zweiten Tag des Delegiertentreffens, will die CSU eine große Parteireform beschließen. Ziel ist, die CSU moderner, jünger, weiblicher und zugleich zur führenden Digitalpartei in Deutschland zu machen.