14.04.2020 | Deutschland Söder und RKI dämpfen Hoffnung auf schnelle Rücknahme der Beschränkungen

Das Robert-Koch-Institut ist gegen eine schnelle Rücknahme der Ausgangsbeschränkungen. Auch Bayerns Ministerpräsident Söder ruft zu Besonnenheit auf.

Foto: Annegret Hilse/Reuters Pool/dpa

Mehrere Experten und Institute haben in den letzten Tagen die schrittweise Lockerung der geltenden Ausgangsbeschränkungen empfohlen, darunter auch die Leopoldina. Das Robert-Koch-Institut hingegen ist gegen ein schnelles Ende der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus. Das sagte RKI-Chef Lothar Wieler auf einer Pressekonferenz.

Keine Empfehlung für Regierungschefs

„Wir können noch nicht von einer Eindämmung sprechen“, sagte Wieler am Dienstagvormittag. Die Fallzahlen steigen zwar aktuell nicht mehr so schnell an, diesen hätten sich aber "auf einem hohen Niveau eingependelt". Es sei auch weiterhin notwendig die Abstands- und Hygieneregeln konsequent einzuhalten. 

Morgen beraten die Ministerpräsidenten der Bundesländer zusammen mit Kanzlerin Merkel über das weitere Vorgehen. Eine Empfehlung für die Beratungen wollte RKI-Chef Wieler nicht abgeben. Ein Ende des Lockdowns hält er aber für verfrüht.

Schule zuerst wieder für höhere Jahrgänge?

Die nationale Wissenschafts-Akademie Leopoldina hat in einer schriftlichen Einschätzung dafür ausgesprochen, dass die Schulschließungen zuerst wieder für höhere Jahrgänge aufgehoben werden. Den Anfang sollen dabei die Grundschulklassen machen, die kurz vor dem Übertritt stehen. 

Das RKI hält diese Einschätzung für sinnvoll, da ältere Kinder sich eher an die Abstandsregeln halten, als jüngere Schüler.

Ministerpräsident Söder ruft zu Besonnenheit auf

Auch Bayerns Ministerpräsident Söder ist nur vorsichtig optimistisch. "Wir sind noch lange nicht über den Berg", teilte Söder via Twitter mit. Oberstes Ziel ist es, einen Rückschlag zu vermeiden. Lockerungen in den Ausgangsbeschränkungen kann es nur mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen geben. Denkbar ist es hier also, dass mit einer Lockerung der Maßnahmen auch ein verpflichtender Mund-Nase-Schutz in der Öffentlichkeit kommt.

Erklärung von Ministerpräsident Söder im Wortlaut:

„Wir brauchen einen sicheren und besonnenen Weg aus der Corona- Krise. Unsere Maßnahmen wirken, aber wir dürfen keinen Rückschlag riskieren. Vorsichtige Erleichterungen kann es nur mit zusätzlichem Schutz geben. Es sollte aber kein Überbietungswettbewerb entstehen, der die Menschen verunsichert. Maß und Mitte sind gefragt. Wir sind noch lang nicht über den Berg. Morgen reden Bund und Länder über ein abgestimmtes Konzept. Daher lohnt es sich, alle Argumente und Gutachten genau zu lesen und zu bewerten.“