10.06.2021 | Deutschland Spitzen-Steuersätze von bis zu 50 Prozent: Das planen Grüne & SPD

Von der CDU wurden noch keine Steuerpläne bekannt gegeben. Wer sich aber relativ einig ist, sind die SPD und Die Grünen: Gutverdiener sollen mehr zahlen, Normal- und Geringverdiener, etwas weniger als zuvor. Es winken teilweise Steuersätze von 50 Prozent!

Foto: Jörg Carstensen/dpa Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat, und Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen), Kanzlerkandidatin.

Je größer das Einkommen, je mehr Steueranteil muss gezahlt werden. So funktioniert das Steuerrechtssystem Deutschlands. Immer wieder wird an den Zahlen und den Regeln von der Politik gedreht. Vor der Bundestagswahl haben nun Die Grünen, SPD und die Linken ihre Steuer-Pläne veröffentlicht.

Grundfreibetrag

Darauf setzen die Grünen und die Linken: Die Grünen möchten den Grundfreibetrag erhöhen. Momentan liegt der bei 9.744 Euro im Jahr 2021. Eine solche Jahres-Einkommenssumme muss derzeit nicht versteuert werden.

Spitzensteuersatz

Bei Einkommen über dem Grundfreibetrag steigt prozentual der Anteil, der besteuert wird. Beginnen tut die Versteuerung bei 12 Prozent und erhöht sich mit dem Einkommen - bis zum Spitzensteuersatz. Dieser lag seit 2007 konstant bei 42 Prozent.

Die SPD möchte aber die 5 Prozent der Höchst-Verdienenden höher besteuern, was dann einem höheren Spitzensteuersatz gleich käme.

Reichensteuer und der Solidaritätszuschlag

Die Reichensteuer und den Solidaritätszuschlag gibt es beide wie zuvor. Da die Reichensteuer ab einem Jahresverdienst von 270.501 Euro eintritt, werden hier 3 Prozent mehr als der Spitzensteuersatz besteuert - also 45 Prozent Einkommenssteuer. Rechnet man den Solidaritätszuschlag auch dazu, kommt man laut focus.de - nach Plan der SPD den Einkommensteuertarif um drei Prozent zu erhöhen - zu einem neuem Höchst-Steuersatz von 50,64 Prozent.

Am Solidaritätszuschlag würde sich von 2021 nichts ändern: Bei Einkommen von unter 74.000 gibt es keinen Soli - bei mindestens 110.000 Euro Einkommen tritt der Soli in Kraft und die Personen zwischendrin müssen einen geringeren Zuschlag bezahlen.

CDU und AFD

Was die Pläne der CDU und AfD sind, ist noch ungewiss. Vermutlich wird auch hier auf eine Entlastung mittlerer Einkommen in den Steuerplänen gezielt.