06.06.2009 | Deutschland Stasi beschaffte Anklageschrift gegen Kurras

Stasi beschaffte Anklageschrift gegen Kurras
Karl-Heinz Kurras im Berliner Landgericht (Archivfoto vom 03.11.1967). Einem Zeitungsbericht zufolge gelangte die Stasi an die Anklageschrift gegen Kurras - offenbar direkt aus dem Büro des damaligen Generalstaatsanwalts.
Berlin ) (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Neue Aktenfunde in der Birthler-Behörde zum Fall Kurras zeigen nach einem Bericht der «Berliner Zeitung», wie weit der DDR-Staatssicherheitsdienst die West-Berliner Justizbehörden unterwandert hatte.

In der Stasi-Unterlagenbehörde sei eine Kopie der aus dem Jahr 1967 stammenden Anklageschrift gegen Karl-Heinz Kurras gefunden worden, die offenbar direkt aus dem Büro des damaligen West-Berliner Generalstaatsanwalts stammte. Das gehe aus einer Notiz auf der ersten Seite der Anklageschrift hervor, schreibt die Zeitung. Laut Stasi-Vermerk verfügte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) darüber hinaus noch über weitere Prozessunterlagen aus dem Kurras-Verfahren, insgesamt mehr als 500 Seiten.

Der West-Berliner Kriminalbeamte Kurras hatte am 2. Juni 1967 am Rande einer Demonstration gegen den persischen Schah den Studenten Benno Ohnesorg erschossen. Erst vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Kurras zu jener Zeit SED-Mitglied war und für den DDR-Staatssicherheitsdienst als IM «Otto Bohl» arbeitete. In zwei Prozessen wegen seines Todesschusses auf Ohnesorg war der Polizist 1967 und 1970 freigesprochen worden. (Quelle: ) (Quelle: )