07.03.2009 | Deutschland Tauwetter in Beziehungen zwischen USA und Russland

Tauwetter in Beziehungen zwischen USA und Russland
US-Außenministerin Hillary Clinton traf ihren russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Genf.
Russland will trotz der Wiederannäherung an die USA in Streitpunkten wie der von Washington geplanten Raketenabwehr in Mitteleuropa hart bleiben. Moskau werde wie wiederholt angekündigt im Ernstfall «diese Bedrohung mit Gegenmaßnahmen beantworten», sagte Außenminister Sergej Lawrow.

Er war gestern in Genf mit US-Außenministerin Hillary Clinton zusammengetroffen. Als positiv bezeichnete Lawrow die Bereitschaft der neuen US-Regierung zu einer umfassenden Abrüstung bei den Atomwaffen. Clinton und Lawrow sprachen bei ihrem Treffen von einem Neubeginn der Beziehungen zwischen Washington und Moskau.

Die russische Seite schlug vor, in das Nachfolgeabkommen für den Ende 2009 auslaufenden Abrüstungsvertrag START-I neben nuklearen Sprengköpfen auch Interkontinentalraketen und schwere Bomber aufzunehmen. Der neue US-Präsident Barack Obama hat eine Reduzierung von Atomwaffen als ein Ziel seiner Präsidentschaft ausgegeben. Obama will den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew beim G20-Wirtschaftsgipfel Anfang April in London treffen.

Beim Dauerstreitthema Raketenabwehr zeigten sich beide Seiten gesprächsbereit. Wie bereits vor Jahren vorgeschlagen sollten Amerikaner, Russen und Europäer gemeinsam die mögliche Gefahr durch Raketen aus dem «Süden» ermitteln, sagte Lawrow. Obamas Vorgänger George W. Bush hatte die Pläne für eine Raketenabwehr in Polen und Tschechien vor allem mit der angeblich wachsenden Gefahr aus dem Iran begründet. Moskau sieht dagegen in einer allein von den USA kontrollierten Raketenabwehr eine Beeinträchtigung seiner Sicherheitsinteressen. Medwedew hatte in diesem Zusammenhang die Stationierung von Kurzstreckenraketen in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad um das frühere Königsberg angedroht.

Clinton bezeichnete das Treffen mit Lawrow in Genf als «sehr produktiv». Sie freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Russland. Man hoffe, in Zukunft «zu einer ganzen Reihe von Themen, die für beide Länder sowie für die ganzen Welt von Bedeutung sind» zusammenarbeiten zu können. Auch Lawrow zeigte vorsichtigen Optimismus: «Wir haben uns nicht bei allen Problemen geeinigt. Aber wir haben uns zugesichert, alle Fragen partnerschaftlich zu klären.» Als Reaktion auf die Entscheidung der NATO, die nach dem Südkaukasus-Krieg im vergangenen Sommer ausgesetzten Beziehungen zu Russland wieder aufzunehmen, stellte Lawrow eine engere Zusammenarbeit unter anderem bei Friedensmissionen in Aussicht. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Genf/Moskau ) (Quelle: )