30.03.2009 | Deutschland Terrorattacke auf Polizisten in Pakistan

Terrorattacke auf Polizisten in Pakistan
In Pakistan ist eine Polizeischule attackiert worden. (Symbolbild)
Bei einem spektakulären Terrorangriff auf eine Polizeischule im Osten Pakistans haben mutmaßliche radikal-islamische Extremisten ein Blutbad angerichtet.

Wie die Polizei mitteilte, wurden mindestens 27 Menschen getötet und 95 weitere verletzt, als am Montag schwer bewaffnete Männer das Ausbildungszentrum östlich der Metropole Lahore stürmten und sich dort mehr als acht Stunden lang verschanzt hielten. Die Opferzahl könne jedoch noch weiter steigen, da sich bis zu 150 Polizisten in der Gewalt der Angreifer befunden haben sollen, hieß es. Nach Angaben von Einsatzkräften wurden nach Niederschlagung der Terroraktion weitere Leichen entdeckt. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht.

Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Der Sicherheitsberater der Regierung, Rehman Malik, machte jedoch die pakistanische Taliban- Bewegung sowie «Elemente mit Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida» für den Angriff verantwortlich. Die Sicherheitskräfte hätten drei der Angreifer festgenommen, sagte Malik. Pakistanische Fernsehsender zeigten Bilder eines mutmaßlichen Terroristen. Der Mann soll von Dorfbewohnern gestellt worden sein, als er vom Tatort fliehen wollte. Vier Bewaffnete kamen nach Behördenangaben ums Leben, wobei sich mindestens drei selbst in die Luft gesprengt haben sollen.

Die Angreifer hatten die Polizeischule am frühen Morgen (Ortszeit) mit automatischen Waffen und Handgranaten angegriffen. Ein verletzter Polizist sagte dem Fernsehsender Express News, dass mehrere Angreifer über die Außenmauer des Lagers geklettert seien und auf dem Exerzierplatz das Feuer eröffnet hätten. Zudem habe es zahlreiche Explosionen gegeben. Anschließend lieferten sich Spezialeinheiten von Polizei und Armee heftige Schusswechsel mit den Angreifern. Auch Hubschrauber kreisten über dem Gelände. Unklar war, wie viele Polizisten sich zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Gelände aufhielten. «Normalerweise werden hier bis zu 850 Rekruten ausgebildet», sagte Polizeioffizier Mushtaq Sukhera.

Der indische Innenminister Palaniappan Chidambaram verurteilte die Tat und erklärte, Neu Delhi verfolge die Entwicklungen im Nachbarland mit großer Sorge. Ein Sprecher der indischen Armee sagte, die Streitkräfte entlang der Grenze seien in höchster Alarmbereitschaft. Der Angriff zeige, dass Pakistan weiter hart daran arbeiten müsse, die terroristische Infrastruktur auf seinem eigenen Staatsgebiet zu zerstören, erklärte der Staatssekretär im Außenministerium, Anand Sharma. Indien macht Hintermänner aus Pakistan für die Terrorangriffe von Bombay verantwortlich, bei denen im November mehr als 170 Menschen getötet worden waren.

In Pakistan waren erst am Freitag mindestens 50 Menschen bei einem Selbstmordanschlag in einer Moschee in der Khyber-Stammesregion an der Grenze zu Afghanistan ums Leben gekommen. Anfang März hatten in der Innenstadt von Lahore mehr als zehn schwer bewaffnete Männer Sri Lankas Kricket-Nationalteam angegriffen und dabei sieben pakistanische Sicherheitsbeamte getötet sowie acht Sportler verletzt. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Islamabad ) (Quelle: )