13.04.2021 | Deutschland Testpflicht für Unternehmen: Das kommt auf deutsche Firmen zu

Künftig sollen alle Unternehmen in Deutschland Corona-Tests für ihre Mitarbeiter anbieten müssen. Günstig wird das aber nicht und auch der bürokratische Aufwand dahinter könnte zur Mammutaufgabe werden.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Dort wo Mitarbeiter nicht im Homeoffice arbeiten können, sollen Corona-Tests zur Pflicht werden. Damit wird auch die "Homeoffice-Pflicht" weiter verlängert. Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern, wenn möglich, die Arbeit im Homeoffice zu gestatten.

Geplante Testpflicht

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht ins Homeoffice schicken können, müssen diesen dann einmal die Woche einen Corona-Test zur Verfügung stellen. Bei viel Kundenkontakt oder der Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften sollen es dann sogar zwei Tests pro Woche werden. Dokumentiert werden muss die Nutzung der Tests durch die Mitarbeiter allerdings nicht. 

Viele Firmen testen schon

Viele Firmen bieten auch jetzt schon Selbsttests für ihre Mitarbeiter an. So hat eine Befragung im Auftrag der Bundesregierung ergeben, dass 61 Prozent der Unternehmen ihrer Belegschaft bereits Testangebote machen, bei weiteren neun Prozent der Beschäftigten wurden Tests in Aussicht gestellt. Viele Unternehmen Testen wegen der Hohe Kosten aber gar nicht und auch unter denen die, die Testungen anbieten, wird eine finanzielle Entlastung gefordert. 

7 Milliarden monatlich

Günstig wird die Test-Offensive nämlich nicht: So rechnet der Wirtschaftsrat der CDU mit monatlichen Kosten von über sieben Milliarden Euro für alle deutschen Unternehmen zusammen. Viele kleine und mittelständische Unternehmen, die durch die Krise bereits finanziell unter Druck geraten sind, können sich das aber schlichtweg nicht leisten. Generalsekretär Wolfgang Steiger warnt: 

 "Hinzu käme ein nicht unerheblicher Büro- und Dokumentationsaufwand für die Betriebe. Deshalb darf es keine allgemeine Testpflicht geben".
Wirtschaft gegen die Testpflicht

Der Wirtschaft gefallen die Pläne der Testpflicht überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil haben die Spitzenverbände sich schon vor einiger Zeit in einem gemeinsamen Brief an das Kanzleramt um finanzielle Unterstützung bei den Tests gebeten. Bis jetzt vergeblich. Bundesfinanzminister Olaf Scholz plant die Firmen selber Zahlen zu lassen und auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der ursprünglich auch dagegen war, hat die Flinte bereits ins Korn geworfen. 

Kostenerstattung

Die einzige Möglichkeit wie sich deutsche Unternehmen aktuell Kosten "zurückerstatten" lassen können, ist über die Überbrückungshilfe III. Laut dem Wirtschaftsministerium sind neben Desinfektionsmitteln und Schutzmasken auch Schnelltests und die Schulung von Beschäftigten zu Hygienemaßnahmen förderfähig. Allerdings muss ein Unternehmen hierfür die Voraussetzungen zum Erhalt der Hilfe erfüllen. 

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