10.05.2022 | Deutschland Um Geld zu sparen: Rentner sollen auf Insel überwintern

In der Debatte um eine mögliche Gasknappheit in Deutschland hat die Vorsitzende des Verbandes unabhängiger Reisebüros einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht: Rentner sollten während der kalten Jahreszeit in wärmeren Ländern überwintern, um Energie zu sparen. Was genau dahinter steckt, lest ihr hier.

Foto: qimono/pixabay

Auf Mallorca überwintern, um Gas zu sparen? Die Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros, Marija Linnhoff, lässt mit einem Vorschlag aufhorchen.

Mallorca-Winter: Das steckt dahinter 

Die Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros, Marija Linnhoff hat eine Idee ins Rennen gebracht, bei der die 21 Millionen Ruheständler in Deutschland jede Menge Heizkosten sparen könnten. Sie schlägt eine Art Langzeiturlaubspauschale von circa 500 Euro vor, mit der Rentner in der kalten Jahreszeit verreisen können und somit die heimischen Energiereserven weniger beanspruchen müssen. Als Ziele schlägt sie Tunesien, die Türkei oder Mallorca vor. Die VUSR-Chefin rechnet: 

"Der Einstiegspreis für eine solche Reise nach Mallorca liegt derzeit bei etwa 1.300 Euro pro Person. Das sind 50 Tage in einem guten Mittelklassehotel auf Mallorca inklusive Halbpension und Flügen. Mit Selbstverpflegung liegen wir derzeit bei 950 Euro pro Person." 

Mit der Pauschale ergäbe sich für die Rentner ein erschwingliches Urlaubsangebot. Gleichzeitig würde man so auch die Wirtschaft in den Ländern anheben, die immer noch Schäden durch die Pandemie beklagen.

Langzeiturlaub für Rentner

Würde es einen staatlichen Zuschuss geben, wäre die Bereitschaft, eine solche Option zu nutzen, unter den Bürgern vielleicht höher, so Linnhoff. Man schlage mehrere Fliegen mit einer Klappe, wirbt die VUSR-Chefin weiter für ihren Vorschlag. 

"Die Rentner bekämen auch Zuschüsse, wir sparen Gas für die Industrie und unterstützen die Urlaubsziele". 

Der VUSR vertritt mehr als 7000 Reisebüros in Deutschland. Auch diese sieht Linnhoff vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine betroffen.

Politik lehnt Vorschlag ab

In der Politik sorgt der Vorschlag bisher allerdings für wenig Begeisterung. Der SPD-Politiker Ralf Stegner sagt: 

"Das ist eine typische Schnapsidee und sicher kein Beitrag zur Lösung unserer energiepolitischen Herausforderungen."

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) fürchtet außerdem negative Folgen für die Wirtschaft der Bundesrepublik. Laut der CDU-Politikerin Jana Schimke würde der Vorschlag mindestens 10 Milliarden Euro kosten: 

"Es ist nicht quantifizierbar, was damit am Ende eingespart würde." 

Der "Paritätische Wohlfahrtsverband" mahnt unterdessen den entstehenden Kerosin-Verbrauch an, den man durch einen solchen Zuschuss quasi mitfinanzieren würde."

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