08.06.2009 | Deutschland Ver.di droht mit weiteren Kita-Streiks

Ver.di droht mit weiteren Kita-Streiks
Freundlich, aber bestimmt: Ein Streikplakat neben Kinderzeichnungen an einer Kindertagesstätte in Dessau (Foto vom 4.6.2009).
Vor der neuen Verhandlungsrunde im zähen Tarifstreit bei Kindertagesstätten verlangen die Gewerkschaften von den Arbeitgebern ein «substanziell verbessertes Angebot».

Andernfalls würden die Streiks wieder ausgeweitet, kündigte ver.di-Bundesvorstand Achim Meerkamp am Montag in Berlin an. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 220 000 bei Kommunen angestellten Beschäftigten von städtischen Kitas und Sozialeinrichtungen einen tarifrechtlich geregelten Gesundheitsschutz sowie mehr Geld.

Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen am Dienstag in Frankfurt am Main einen Ausweg aus dem seit Mitte Mai andauernden Konflikt suchen, nachdem die Gespräche Ende Mai vorerst gescheitert waren. Um der Forderung nach mehr Gesundheitsschutz Nachdruck zu verleihen, wollen parallel zu den Verhandlungen tausende Erzieher und Sozialarbeiter erneut streiken. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kündigte am Montag Gesprächsbereitschaft in allen Punkten an.

Am Dienstag sind nach Gewerkschaftsangaben Streiks in Rheinland-Pfalz, Sachsen, Hessen und dem Saarland geplant. Der Ausstand in Nordrhein-Westfalen werde auf Duisburg, Düsseldorf und Essen ausgedehnt. In Rheinland-Pfalz und in Bremen soll auch am Mittwoch gestreikt werden.

«Es geht nicht nur um Rückenleiden von Erzieherinnen, es geht nicht nur um Lärm», sagte Meerkamp. «Es geht insgesamt um die Frage, welchen Rang die sozialen Berufe bekommen.» Die Streiks seien in den vergangenen Tagen zurückgefahren worden. Um die Eltern von Kindern in städtischen Kitas zu entlasten, hatten die Gewerkschaften den Arbeitskampf beschränkt und nur noch wechselweise in einzelnen Bundesländern gestreikt.

Am Montag, dem zwölften Streiktag, waren nach ver.di-Angaben rund 4500 Erzieherinnen und Sozialarbeiter im Ausstand. Schwerpunkt war Hessen mit etwa 2500 Beschäftigten. Aber auch in Teilen Nordrhein-Westfalens und Sachsens blieben viele Kitas geschlossen.

«Wenn sich die kommunalen Arbeitgeberverbände morgen nichts einfallen lassen, werden wir uns logischerweise überlegen, wie wir wieder eskalieren», drohte Meerkamp. Er warf den Arbeitgebern eine Hinhaltetaktik vor. Bislang lägen nur nebulöse Vorschläge vor.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangen konkrete Vorschläge der Arbeitgeber für einen besseren Gesundheitsschutz sowie mehr Einkommenje nach Gehaltsstufe 200 bis 1000 Euro. Sie fordern Lärmschutz- Maßnahmen und rückengerechtes Mobiliar, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das bisherige VKA- Angebot bleibt nach Auffassung von ver.di hinter den gesetzlichen Ansprüchen zurück, nach Darstellung der GEW fehlt ihm die Rechtsverbindlichkeit. Die VKA betonte, es sei das Ziel, «möglichst schnell zu sachgerechten Lösungen zu kommen». (Quelle: ) (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Frankfurt/Berlin ) (Quelle: ) (Quelle: )