15.09.2021 | Deutschland Wahlprogramme im Check: Steuern in Deutschland - so stehen die einzelnen Parteien dazu

Steuern sind auch unabhängig vom diesjährigen Wahlkampf ein heikles Thema in Deutschland. Besonders interessant sind im Moment aber die Meinungen der einzelnen Parteien zum Thema - denn die gehen teilweise stark auseinander. Wo genau die Unterschiede liegen, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Bei kaum einem anderen Thema herrscht mehr Uneinigkeit: Deutschlands Steuersätze. Vor allem bei den sechs großen Parteien unterscheiden sich die Vorstellung zu Steuerneuerungen massiv. Währen die Linke sich klar für eine Steuererhöhung ausspricht, spricht sich die Union dagegen aus. Das Thema Steuern betrifft uns zwar alle irgendwo - was aber für euch auf jeden Fall relevant ist, erfahrt ihr hier.

  • Union:
    • Will, dass der Solidaritätszuschlag auch für die einkommensstärksten zehn Prozent abgeschafft wird.
    • Spricht sich gegen Steuererhöhungen und Vermögenssteuern aus.
    • Kleine und mittlere Einkommen sollen bei der Einkommenssteuer entlastet werden.
    • Kinder sollen stärker berücksichtigt werden.
  • FDP:
    • Will Abgabenbelastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf unter 40 Prozent senken.
    • Kleine und mittlere Einkommen sollen bei der Einkommenssteuer entlastet werden.
    • Lehnt Vermögensabgabe und Vermögenssteuer strikt ab.
    • Will, dass der Solidaritätszuschlag auch für die einkommensstärksten zehn Prozent abgeschafft wird.
    • Steuern mit wenig Ertrag (Schaumwein- oder Kaffeesteuer) sollen abgeschafft werden.
    • Der Spitzensteuersatz soll erst ab 90.000 Euro greifen.
  • AfD:
    • Fordert Vereinfachung des Steuersystems und spricht sich für Konzentration auf Umsatzsteuer und Einkommensteuer aus.
    • Wegfallen sollen: Grundsteuer, Gewerbesteuer, Schaumwein- und Kaffeesteuer, Energiesteuer genauso wie Biersteuer, Vergnügungsteuer, Zweitwohnungssteuer und Jagd- und Fischereisteuer.
    • Lehnt Vermögensteuer und Erbschaftsteuer ab.
    • Einführung von Digitalsteuer auf den Umsatz von großen Tech-Unternehmen.
  • SPD: 
    • Kleine und mittlere Einkommen sollen bei der Einkommenssteuer entlastet werden. 
    • Will, dass der Solidaritätszuschlag auch für die einkommensstärksten zehn Prozent beibehalten wird.
    • Vermögenssteuer von einem Prozent auf sehr hohe Vermögen - Grundlage von Betrieben bleibt verschont.
    • Das Ehegattensplitting soll verändert, das Steuerrecht insgesamt stärker auf Partnerschaftlichkeit ausgerichtet werden.
    • Kindergrundsicherung für Familien.
  • Grüne:
    • Vermögensteuer von einem Prozent für Vermögen über zwei Millionen Euro pro Person.
    • Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen durch Grundfreibetrag der Einkommensteuer.
    • Auf Kapitalerträge, die bisher mit 25 Prozent besteuert wurden, soll ein individueller Steuersatz anwendet werden.
  • Linke:
    • Stärkere Besteuerung von hohen Vermögen, Einkommen, Erbschaften oder Kapitalgewinnen.
    • Einführung progressiver Vermögensteuer von mindestens einem Prozent auf Privatvermögen ab einer Million Euro.
    • Neue Steuersätze für hohe Einkommen: 53 Prozent ab 70.000 Euro Jahreseinkommen, 60 Prozent ab 260.000 Euro, 75 Prozent ab einer Million Euro.
    • Bewältigung der Corona-Krise durch Vermögensabgabe: Alle mit mehr als zwei Millionen Euro sollen 10 bis 30 Prozent zahlen - in Raten.
    • Höhere Steuer auf Erbschaften und KörperschaftssteuerSolidaritätszuschlag für hohe Einkommen bleibt.

Genaueres findet ihr auch in den Wahlprogrammen der jeweiligen Parteien:

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