15.04.2019 | Deutschland Wann sie streiken, was sie wollen: Das müsst ihr über Fridays for Future wissen

Seit Ende Dezember gehen Schüler jeden Freitag auch in Deutschland auf die Straßen um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Doch was fordern sie überhaupt?

Das sind die Forderungen der Fridays for Future-Aktivisten
Kohleausstieg bis 2030

Der bisherige Plan der Bundesregierung ist eine komplette Abschaltung aller Kohlekraftwerke bis 2038. Es ist aber fraglich, ob dieser Termin überhaupt eingehalten werden kann. Die Aktivisten sehen hier aber dringenden Handlungsbedarf und streben einen Kohleausstieg bis 2030 an. Stromspeicher von Erneuerbaren Energien sollen bis dahin eventuelle Engpässe auffangen.

100 Prozent erneuerbare Energien bis 2035

Verkehr, Industrie und Energieversorgung sollen nach Forderungen der Aktivisten ausschließlich mit erneuerbaren Energiequellen, wie Wind, Sonne, Biomasse und Wasser angetrieben werden. Hierbei werden vor allem Speichersysteme wichtig, da die Stromproduktion mit Wasser, Wind und Sonne Schwankungen unterworfen ist. Heutige Speichersysteme sind aber noch nicht ausgereift und haben noch nicht die Kapazitäten um ausreichend Energie zu speichern.  

2035 die Nettonull erreichen

Die Nettonull bedeutet, dass 2035 nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden, wie in natürlichen Prozessen in der Natur gebunden werden können. Hierbei wird gerade das Thema Aufforstung eine große Rolle spielen, da Bäume und Pflanzen im Wachstum CO2 binden. Nach jetzigen Berechnungen des Bundesumweltministeriums wird Deutschland 2030 jedoch noch über 500 Mio Tonnen CO2 ausstoßen. 

Ende der Subventionen für fossile Energieträger

Kohle aus Strom ist aufgrund von hohen Subventionen des Bundes relativ preisgünstig. Die Kosten für Strom aus Kohle liegen zwischen 4,59 bis 7,98 Cent pro Kilowattstunde. Umweltkosten, die durch den Klimawandel und Luftverschmutzung entstehen, sind in dieser Rechnung nämlich nicht enthalten. Ein Ende der Subventionen ist also eine rein politische Frage.

CO2-Steuer auf alle Treibgasemissionen

Die CO2-Steuer soll Schäden kompensieren, die durch den Ausstoß von Treibhausgasen entstehen. Laut Berechnungen des Umweltbundesamtes verursacht die Emission einer Tonne CO2 Schäden von rund 180 Euro. Umgerechnet auf den Ausstoß Deutschlands 2016 entspreche dies Gesamtkosten von rund 164 Milliarden Euro. Bei der Einführung der Steuer wird ein Startpreis festgesetzt, der dann ansteigen soll. 

1/4 der Kohlekraftwerke noch 2019 abschalten

Angesichts der Überproduktion an Strom fordern die Aktivisten, dass noch in diesem Jahr ein Viertel aller Kohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet wird. Dadurch soll ein Großteil des CO2-Ausstoßes vermieden werden.

Hier sind aktuell Proteste geplant