03.12.2009 | Deutschland Weitere Anklagen gegen Amokschützen von Fort Hood

Weitere Anklagen gegen Amokschützen von Fort Hood
Helme, Waffen und Stiefel von Opfern des Amoklaufs von Fort Hood während einer Gedenkfeier. (Archivbild)
Gegen den mutmaßlichen Todesschützen der Militärbasis Fort Hood sind weitere Anklagen verhängt worden. Ein Militärgericht erließ am Mittwoch (Ortszeit) 32 Anklagen wegen versuchten Mordes - zusätzlich zu den bestehenden 13 Anklagen wegen Mordes.

Wird der Armeepsychiater Nidal Malik Hassan schuldig gesprochen, droht ihm die Todesstrafe. Unterdessen kam bei den Ermittlungen heraus, dass es im Vorfeld der Tat Pannen bei den Sicherheitsdiensten gegeben hat, die möglicherweise verhindert haben, dass die Fahnder vorzeitig gegen den US-Soldaten vorgehen konnten.

Nach Berichten des Radiosenders NPR habe das Büro der US-Bundespolizei FBI in San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien) 18 E-Mails abgefangen, die der Muslim an einen berüchtigten Hassprediger im Jemen, Anwar al-Awlaki, geschickt hatte. Die Sicherheitsbehörden in Washington hätten aber lediglich zwei dieser Nachrichten zu Gesicht bekommen. Besonders eine E-Mail sei den Behörden nicht weitergeleitet worden. Darin erwähnt Hasan einen muslimischen US-Soldaten, der zu Beginn des Irak-Kriegs in Kuwait eine Granate in eine Gruppe von Kollegen geworfen hatte. Zwei Soldaten starben bei der Attacke, 14 wurden verletzt. In seiner E-Mail soll Hasan den Imam gefragt haben, ob er diesen Täter als Helden bezeichnen würde.

Der 39-Jährige Hasan hatte am 5. November auf dem Militärgelände in Texas zwölf Soldaten und einen Zivilisten erschossen sowie 42 Menschen verletzt. Der Armeepsychiater war dort zur Untersuchung von US-Soldaten abgestellt, die entweder auf dem Weg zu einem Einsatz waren oder nach Hause zurückgekehrt waren. Er selber stand kurz vor seiner Entsendung nach Afghanistan.

Noch immer gibt es Unklarheit über Hasans Motiv. Soldaten und Freunde des mutmaßlichen Amokschützen berichteten, dass er sich mehrfach erzürnt über die Militäreinsätze der USA in Afghanistan und im Irak geäußert habe. Er habe die Einsätze als Krieg den die muslimische Welt empfunden. (Quelle: Washington (dpa/lby))