25.03.2021 | Nachrichten Direkt nach Ostern: Erstes Bundesland steigt aus dem Lockdown aus

Es war eine turbulente Woche. Erst der geplante harte Oster-Lockdown mit Ruhetagen, dann wurde alles wieder zurückgenommen. Und jetzt will ein Bundesland nach Ostern komplett aus dem Lockdown aussteigen. Was genau geplant ist, erfahrt ihr hier.

Foto: Oliver Dietze/dpa

Bisher ging in der deutschen Corona-Politik keine Woche so chaotisch über die Bühne wie diese. Zuerst stand nach 15 Stunden Bund-Länder-Beratungen der umstrittene strenge Oster-Lockdown mit Ruhetagen fest. Dann die Rolle rückwärts mit der historischen Entschuldigung und der Rücknahme durch Kanzlerin Merkel.

Und jetzt geht ein Bundesland schon nach Ostern seinen eigenen Weg: Das Saarland steigt ab dem 6. April komplett aus dem Lockdown aus. Wie soll das funktionieren? Ein Überblick:

Der Ausstieg als Modellprojekt

Direkt nach Ostern wagt das Saarland ein Modellprojekt mit landesweiten Öffnungsschritten. Weil die Inzidenzen im bundesweiten Vergleich mit einem Wert um die 60 niedrig sind und die Impfquote mit 11 Prozent vergleichsweise hoch, fährt Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans das Leben in dem Bundesland wieder hoch. Dann sollen die seit Monaten brachliegenden Branchen Gastronomie, Sport und Kultur wieder öffnen.

Testen, Testen, Testen

Für ein solches Modellprojekt habe das Saarland die besten Voraussetzungen, sagt Hans. Das kleine Bundesland verfügt über eine gute Testinfrastruktur mit 41 Testzentren, zusätzlich wurden schon früh über 2,5 Millionen Schnelltests bestellt. 

Im Zentrum des Modells steht also das Motto: So viel testen, wie es nur geht. Dabei soll ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist, die Eintrittskarte für viele Bereiche sein.

Grenze zu Frankreich soll kein Problem sein

In den anderen grenznahen Bundesländern wie Bayern oder Sachsen gibt es noch immer hohe Inzidenzen - im Saarland sieht das anders aus: Ohnehin dürfen Pendler aus dem benachbarten Frankreich nur mit einem negativen Tests einreisen - außerdem steht zusätzlich ein deutsch-französisches Testzentrum bereit, was für zusätzliche Kapazitäten sorgt.

Saarland übt Kritik am Bund-Länder-Gipfel

Nach den 15-stündigen Verhandlungen hatte das Saarland zwar die Entscheidung von Kanzlerin Merkel, in den Oster-Lockdown zu gehen, mitgetragen. Trotzdem übte Ministerpräsident Hans nach der Rücknahme scharfe Kritik:

"Wir müssen professioneller arbeiten, wir müssen zügiger arbeiten und die Dauer der Zusammenkunft muss im Verhältnis stehen, zu dem was hinten rauskommt. Der Frust in der Bevölkerung hat auch damit zu tun, dass so lange für Entscheidungen gebraucht wird."
Kontaktbeschränkungen sollen gelockert werden

Auch die Kontaktbeschränkungen sollen ab dem 6. April deutlich aufgeweicht werden. Während im Rest des Landes strenge Regeln für das Zusammenkommen herrschen, will das Saarland bei privaten Treffen im Freien erlauben, dass bis zu zehn Menschen zusammen kommen dürfen. So wäre dann auch Sport wieder möglich, in Kombination mit Tests.

Modell-Projekt im Saarland als Startschuss?

Der Schritt des Saarlandes den Lockdown zu beenden und wieder zu öffnen, ist kein unüberlegter Schnellschuss und auch vorneherein Teil des Konzeptes von Bund und Ländern. Im Zusammenschluss wurde beim Corona-Gipfel entschieden, dass in einzelnen Regionen - wie schon bereits in Tübingen - zeitlich befristete Modellprojekte möglich sein sollen. Sollte das Projekt erfolgreich sein, könnte das Modell auch in Regionen Schule machen

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