03.06.2020 | Nachrichten Überraschende Entwicklung im Fall 'Maddie': Deutscher Sexualstraftäter unter Mordverdacht

Im Fall des vor gut 13 Jahren verschwundenen britischen Mädchens Maddie steht jetzt ein deutscher Sexualstraftäter unter Mordverdacht. Das damals 3-jährige Mädchen verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage an der Algarve. Jetzt ermittelt das BKA gegen einen Mann aus Deutschland. Eine Spur führt auch nach Bayern.

Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa Die Eltern und ein Bild der kleinen Maddie.

UPDATE 05.Juni 9:00 Uhr: Laut britischen Medien soll der Tatverdächtige 2017 mit einem Bekannten in einer Bar über die Tat gesprochen haben. Damals lief gerade im auf einem Fernseher in der Bar ein Bericht zum zehnjährigen Verschwinden von Maddie. Was er genau gesagt hatte, ist nicht klar. Anschließend soll der Tatverdächtige dem Bekannten ein Video einer Vergewaltigung gezeigt haben.

EIn Zeuge meldete sich daraufhin bei der Polizei. Dieser Hinweis reichten laut Informationes des Bundeskriminalamtes aber nicht für eine Festnahme aus.

Für Zeugenhinweise, die zur Aufklärung der Tat dienen, hat das BKA mittlerweile eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgelobt.

Im Fall des vor gut 13 Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Madeleine «Maddie» McCann steht ein 43 Jahre alter Deutscher unter Mordverdacht. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt nach Angaben des Bundeskriminalamts gegen den Mann, der mehrfach wegen Sexualstraftaten - auch an Kindern - vorbestraft sei. Er verbüße derzeit in anderer Sache eine längere Haftstrafe, teilte das BKA am Mittwochabend in Wiesbaden mit.

Verschwunden vor 13 Jahren im Urlaub

Das damals dreijährige Mädchen war am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Die Eltern waren zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant essen. Das ungeklärte Schicksal des Mädchens hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Ermittler waren von einer Entführung ausgegangen. Zeitweise standen auch die Eltern selbst unter Verdacht. Der Fall war am Mittwochabend (03.06.2020) erneut wieder Thema in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst», in der die Polizei um sachdienliche Hinweise gebeten wurde.

Deutscher Verdächtiger lebte zum Tatzeitpunkt an der Algarve 

Der nun Beschuldigte 43-jährige Mann soll zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt haben. Für einige Jahre soll er in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz gewohnt haben. "Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ging er in dieser Zeit im Raum Lagos mehreren Gelegenheitsjobs, unter anderem in der Gastronomie, nach", teilte das BKA mit.

Foto: BKA Das ist der Jaguar, um den es sich handelt.
Das ist über den Tatverdächtigen bekannt

Wie Scotland Yard mitteilte, gibt es zu dem Mann derzeit folgende Infos:

  • zur Tatzeit trug er kurzes, blondes Haar 
  • er ist ca. 1,80 Meter groß
Spur führt nach Bayern

Vor allem zwei  zwei Fahrzeuge und zwei Telefonnummern des Mannes sind im Visier der britischen Ermittler. Nach Informationen des BKAs nutzte der Tatverdächtige zur tatkritischen Zeit einen dunkelfarbenen Jaguar XJR 6. Über die konkrete Zulassung vor der Tat liegen keine Erkenntnisse vor, die letzte bekannte Zulassung nach dem Tattag war von der Stadt Augsburg. Auch ein weiß-gelber VW T3 Westfalia mit portugiesischer Zulassung soll der Mann genutzt haben. Es liegen Hinweise vor, wonach er eines dieser Fahrzeuge zur Begehung der Tat genutzt haben könnte!

Wer ist dieser Zeuge?!

An dem Abend, als Maddie verschwand, soll der Verdächtige zudem einen Anruf erhalten haben unter der Nummer +351 912 730 680 mit portugiesischer Ländervorwahl. Der Anruf wurde in der Region um Praia de Luz entgegengenommen. "Ermittler glauben, dass die Person, die diesen Anruf getätigt hat, ein höchst wichtiger Zeuge ist, und rufen sie dazu auf, in Kontakt zu treten", hieß es in der Scotland-Yard-Mitteilung. Die Nummer des Anrufers laute +351 916 510 683.

Das BKA bittet uns alle um Mithilfe:

Mit der neuen Spur im Fall 'Maddie' hofft das BKW auch auf neue zielführende Hinweise. 

Folgende Fragen richten das BKA und die Staatsanwaltschaft Braunschweig an uns Bürger:

  • Können Sie Angaben zu den vom Tatverdächtigen genutzten Fahrzeugen machen bzw. haben Sie diese Anfang Mai 2007 gesehen oder haben Kenntnis über ihre Abstellorte im genannten Zeitraum?
  • Können Sie Angaben zu den genannten Rufnummern bzw. deren Nutzern im Mai 2007 machen?
  • Haben Sie sich Anfang Mai 2007 an der Algarve aufgehalten und verfügen ggf. noch über Bildmaterial wie Urlaubsfotos oder Videos?
  • Standen Sie in Kontakt zu einer Person, welche in Verbindung zu den gezeigten Fahrzeugen und Telefonnummern stand und können Sie Angaben zu dessen Aufenthalt Anfang Mai 2007 machen?
  • Wurden Sie möglicherweise selbst Opfer einer Straftat durch diese Person?
  • Weiterhin besteht Anlass zur Annahme, dass es neben dem Täter selbst noch weitere Personen gibt, welche über konkretes Wissen zum möglichen Tathergang und ggf. Ablageort der Leiche verfügen. Diese Personen bitten wir ausdrücklich, sich zu melden und ihr Wissen mitzuteilen.