06.08.2009 | Sport 2. Liga eine Nummer kleiner - Augsburg Topfavorit

Die 2. Bundesliga ist um einige Attraktionen ärmer, doch auch ohne schillernde Stars und Kassenmagnete dürfen sich die Fußballfans auf eine spannende Saison freuen.

2. Liga eine Nummer kleiner - Augsburg Topfavorit
Ein Spieler des Karlsruher SC kickt in der abgelaufenen Saison den Ball.
Die 2. Bundesliga ist um einige Attraktionen ärmer, doch auch ohne schillernde Stars und Kassenmagnete dürfen sich die Fußballfans auf eine spannende Saison freuen.

«Nicht acht oder neun, sondern elf Mannschaften spielen ganz oben mit», kündigte Trainer Claus-Dieter Wollitz vom Erstliga-Absteiger Energie Cottbus einen ganz heißen Kampf um die Aufstiegsplätze an. Mit dem FC Augsburg als überraschendem Aufstiegs-Topfavoriten startet das Unterhaus in seine 36. Saison. Beim Auftakt am 7. August stehen der Karlsruher Wildpark, wo Ex-Bundesligist KSC die Aachener Alemannia empfängt, und das Comeback des 1. FC Union Berlin im Blickpunkt.

Die 2. Liga hat sich in den vergangenen Jahren herausgeputzt und im Schatten von Liga eins ein starkes Profil zugelegt, aber diesmal ist alles eine Nummer kleiner. Spieler mit klangvollem Namen sucht man vergeblich, Prominenz ist allenfalls auf den Trainerbänken vertreten. In Cottbus will «Pele» Wollitz mit «ehrlichem Fußball und einer neuen Identität» den direkten Wiederaufstieg schaffen. Beim TSV 1860 München soll Ewald Lienen zum 150. Vereinsjubiläum im kommenden Jahr die «Löwen» wieder erstklassig machen. Benno Möhlmann bemüht sich in Fürth zum x-ten Mal um den großen Wurf, in Duisburg wird von Peter Neururer der Aufstieg erwartet.

Vermissen wird die Liga den 1. FC Nürnberg, der in der vergangenen Saison beim Derby gegen die Münchner «Löwen» mit 57 200 Zuschauern in der Allianz Arena für einen Besucherrekord sorgte, und den FSV Mainz 05. Aber mit den Aufsteigern Fortuna Düsseldorf und Union Berlin bleiben Kult und Tradition erhalten. Neu sind der zerstückelte Spieltag mit dem Samstag als zusätzlichen Termin, die Anfangszeiten (Samstag 13.00 Uhr/Sonntag 13.30 Uhr), die Stadien in Augsburg und Aachen sowie das Schiedsrichter-Gespann von vier statt bisher drei Offiziellen.

Der zum zweiten Mal ausgespielte Meisterpokal scheint für den FC Augsburg reserviert zu sein. In einer dpa-Umfrage sprach sich die Mehrzahl der 18 Trainer für den FCA als Aufstiegskandidaten aus. Jürgen Luginger von Rot-Weiß Oberhausen und Andreas Zachhuber (Hansa Rostock) legten sich sogar fest: «Augsburg wird Meister.» Die 45 Millionen Euro teure neue Arena, namhafte Verstärkungen und Coach Jos Luhukay spielten beim Trainer-Votum für die Schwaben eine maßgebliche Rolle. Zum weiteren Kreis der Aufstiegsanwärter gehören die Bundesliga-Absteiger Cottbus, KSC und Arminia Bielefeld sowie der 1. FC Kaiserslautern und 1860 München.

Die drei Ex-Bundesligisten lassen sich den sofortigen Wiederaufstieg knapp 30 Millionen Euro kosten. Die meisten der 18 Clubs haben ihre Etats für die Profi-Abteilung gegenüber dem Vorjahr zum Teil drastisch gekürzt. Ein Grund mag der leichte Zuschauerrückgang sein. Mit 4,7 Millionen Besuchern wurde in der vergangenen Saison erstmals nach zwei «fetten» Spielzeiten die Fünf- Millionen-Marke verpasst. Ein weiterer Grund sind die weiter reduzierten Investitionen in neues Personal. Stand Ende Juli hatten die 18 Vereine nur 6,15 Millionen Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben. (Quelle: München (dpa/lby))