08.08.2009 | Sport Abteilung Attacke atemberaubend: Der Meister siegt

Die Abteilung Attacke des VfL Wolfsburg hat die Meisterfeiern unbeschadet überstanden und mit ihrem Club gleich wieder Kurs auf die Bundesliga-Spitze genommen.

Abteilung Attacke atemberaubend: Der Meister siegt
Die Wolfsburger Grafite (l) und Zvjezdan Misimovic freuen sich über die 1:0-Führung.
Die Abteilung Attacke des VfL Wolfsburg hat die Meisterfeiern unbeschadet überstanden und mit ihrem Club gleich wieder Kurs auf die Bundesliga-Spitze genommen.

Das kongeniale Torjäger-Duo Grafite und Edin Dzeko sowie ihr Vorbereiter Zvjezdan Misimovic wirbelten beim 2:0 (0:0) zum Saisonauftakt gegen den VfB Stuttgart schon fast so, wie sie es in den vergangenen Saison getan haben. «Das war ein schöner Abend für die Zuschauer und für uns alle. Ich bin sehr glücklich, dass wir heute gewonnen haben», sagte Grafite nach dem 16. Heimsieg in Serie mit strahlender Miene.

Der Brasilianer hatte allen Grund dazu. Vor dem Anpfiff erhielt der 30-Jährige die Trophäe für die Auszeichnung als Deutschlands Fußballer des Jahres. In der Partie zeigte Wolfsburgs Angriffsführer dann, warum er sie bekommen hat. Auch wenn er dafür bis zur 82. Minute warten musste. Dann aber zog Grafite wie so oft im Vorjahr unwiderstehlich los und netzte unhaltbar für VfB-Keeper Jens Lehmann zum entscheidenden 2:0 ein. Das versetzte die ohnehin schon gute Stimmung unter den 30 000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena endgültig in Euphorie.

Elf Minuten zuvor hatte Misimovic, 2008/09 der beste Vorlagengeber der Liga, den VfL in der für einen Saisonstart sehr ansehnlichen Partie mit einem schönen Schlenzer aus 18 Metern in Führung gebracht. «Ein herrliches Tor», lobte VfL-Coach Armin Veh seinen Regisseur. Und auch Gäste-Trainer Markus Babbel, der Veh im vergangenen Herbst beerbt hatte, war fairerweise begeistert: «Das Tor war dann einfach stark gemacht. Man muss dann auch mal anerkennen, dass sich so eine Klasse einfach durchsetzt.»

Ein Tick mehr Klasse und Konzentration war es dann auch, der zum verdienten Sieg der «Wölfe» führte. «Wir konnten am Ende noch einen Gang zulegen. Das hat dann auch den Unterschied ausgemacht», befand Misimovic treffend. Wenn Nationalspieler Marcel Schäfer recht behält, werden die Konkurrenten diesen Unterschied auch in den nächsten Wochen zu spüren bekommen. «Wir wollen auch in Köln punkten und so gleich richtig Fahrt aufnehmen», kündigte der Verteidiger selbstbewusst an.

Aber auch die unterlegenen Gäste durften trotz der Niederlage durchaus erhobenen Hauptes zurück ins Schwabenland fahren. Vor allem, weil sie in der ersten Halbzeit überzeugten. «Da haben wir gut gespielt, taktisch wenig zugelassen und Chancen herausgearbeitet, aber leider kein Tor gemacht», sagte Babbel. Das rächte sich nach Wiederanpfiff, als der Meister die Konsequenz an den Abend legte, die der Champions-League-Anwärter vermissen ließ. «Die Wolfsburger haben in den entscheidenden Situationen ihre Chancen genutzt und deshalb am Ende auch nicht unverdient gewonnen», gestand Lehmann ein.

Trainer wie Torwart wirkten dennoch zuversichtlich, wohl auch, weil sich die beiden Neuen, Pawel Pogrebnjak und Alexander Hleb, schon recht ordentlich einfügten. «Bei Alex war klar, dass er keine 90 Minuten durchhält. Pawel hat sich vorne immer wieder gut eingebracht», befand Babbel. Dass ihm Christian Träsch mindestens vier Wochen fehlen wird, empfindet der Coach dagegen als ärgerlich. Der 21-Jährige hatte sich in Wolfsburg die linke Hand gebrochen und musste daher operiert werden. «Das ist bitter, denn er war in sehr guter Form» sagte Babbel über Youngster Träsch. (Quelle: Wolfsburg (dpa/lby))