06.08.2009 | Sport Beckenbauer bedauert Aussagen zu Ribéry

Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer hat seine Aussagen über Franck Ribéry bedauert.

Beckenbauer bedauert Aussagen zu Ribéry
Franck Ribéry nimmt am Training seines Vereins in München teil.
Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer hat seine Aussagen über Franck Ribéry bedauert.

«Ich wollte ihm helfen und das Gegenteil ist dabei rausgekommen», sagte der «Kaiser» bei einem Termin des Pay-TV-Senders Sky in München. «Ich habe vielleicht den Fehler gemacht, dass ich mich zu drastisch ausgedrückt habe, weil ich gesagt habe, München ist ihm wurscht. Etwas vornehmer wäre es gewesen, zu sagen, seine Wurzeln sind nicht hier, was ja stimmt. Und dann hat man ein bisschen aneinander vorbeigeredet und das Gegenteil ist dabei rausgekommen und das tut mir natürlich leid.»

Beckenbauer hatte vor gut einer Woche gesagt, dass der Fußball-Nationalspieler nur zu den Bayern gekommen sei, um sich einen Namen zu machen. «Das ist ein Franzose, dem ist München wurscht», äußerte der Bayern-Präsident in aller Öffentlichkeit. Dabei habe er doch nur um Verständnis für den Mittelfeldstar werben wollen, der nach den «Kaiser»-Aussagen die demonstrative Rückendeckung des Vorstands um Karl-Heinz Rummenigge erhalten hatte. «Wenn jemand ein Angebot von Real Madrid hat, dann wird er immer darüber nachdenken. Das ist klar. Selbstverständlich kann ich den Franck Ribéry verstehen.»

Der Bayern-Präsident ist gespannt, wie sich Ribéry, der wieder ins Mannschaftstraining des deutschen Fußball-Rekordmeisters einstieg, auf der von Trainer Louis van Gaal für ihn reservierten Zehner-Position machen wird. «Ribéry braucht für sein Spiel Platz. Als Zehner hat er den Platz nicht. Deshalb bin ich ja selber auch neugierig, wie er mit dieser Position zurecht kommt. Er hat selten in der Mitte gespielt, vielleicht entwickelt er sich zu einem echten Zehner», erklärte Beckenbauer. Nach der Verletzungspause sei Ribéry ein Profi, der schnell wieder im Spiel drin sei.

Auch Bayerns ehemaliger Trainer Ottmar Hitzfeld ist neugierig, wie sich sein ehemaliger Profi auf der zentralen Spielmacher-Position macht. «Ich sehe Ribéry als Spieler, der auf der Seite Weltklasse ist. Hinter den Spitzen hat er das noch nicht unter Beweis stellen können. Von daher bin ich selbst gespannt.» Dass der 26 Jahre alte Mittelfeldakteur sich mit einem Wechsel zu Real Madrid befasste, kann der Schweizer Nationalcoach gut nachvollziehen. «Er ist ein Vollprofi und wenn Real Madrid lockt, ist das für jeden Spieler eine Versuchung. Aber Uli Hoeneß hat da eine ganz klare Meinung geäußert und wenn er sagt, man braucht kein Geld, muss man das beste Pferd im Stall behalten. Ribéry ist der beste Spieler bei Bayern und die Attraktion in der Bundesliga generell. Von daher freue ich mich und hoffe, dass Bayern standhaft bleibt.» (Quelle: München (dpa/lby))