20.07.2009 | Sport Beckham von eigenen Fans ausgepfiffen

Laute Pfiffe, üble Beschimpfungen und beinahe ein tätlicher Fan-Angriff: Glamour-Boy David Beckham hat bei der Rückkehr nach Los Angeles die Kehrseite des Ruhms kennenlernen müssen und sich selbst fast nicht mehr unter Kontrolle gehabt.

Beckham von eigenen Fans ausgepfiffen
Das Ansehen von David Beckham (Foto 2008) bei den Los Angeles Galaxys sinkt.
Laute Pfiffe, üble Beschimpfungen und beinahe ein tätlicher Fan-Angriff: Glamour-Boy David Beckham hat bei der Rückkehr nach Los Angeles die Kehrseite des Ruhms kennenlernen müssen und sich selbst fast nicht mehr unter Kontrolle gehabt.

Beim ersten Heimauftritt nach seinem Italien-Intermezzo wurde der englische Fußball-Nationalspieler von den eigenen Anhängern der Los Angeles Galaxy beleidigt und ausgepfiffen. Viele Zuschauer verhöhnten Beckham beim 2:2 im Testspiel gegen den AC Mailand in Carson und reckten ihm ausgestreckte Mittelfinger entgegen. «Geh nach Hause, Betrüger» und «Du bist das Übel» stand auf Plakaten.

Beinahe zu einem handgreiflichen Eklat kam es, als ein Anhänger über die Abgrenzung auf das Spielfeld sprang, nachdem ein sichtlich aufgebrachter Beckham in der Halbzeitpause ihm vor der Fankurve signalisiert hatte, doch näher zu kommen. Sicherheitskräfte konnten eine Konfrontation aber verhindern. «David Beckham bekommt keinen königlichen Empfang», titelte die «Los Angeles Times» - tatsächlich war das Gegenteil der Fall. Doch «Becks» wollte die Fan-Wut gegen ihn nicht überbewerten. «Ich bin nicht enttäuscht, weil es mir nichts ausmacht. Du kannst nicht von allen gemocht werden», sagte er. Gestand aber ein: «Sie haben Dinge gesagt, die wirklich nicht schön waren.»

Beckham war am 13. Juli wieder ins Mannschaftstraining von LA Galaxy eingestiegen, nachdem er zuvor rund sechs Monate auf eigenen Wunsch an den AC Mailand ausgeliehen wurde. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Kalifornien hatte der 34-Jährige verkündet, trotz eines bis 2011 geltenden Vertrages in Los Angeles, im Januar erneut nach Europa wechseln zu wollen, um seine Chancen auf einen Platz in der englischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 zu erhöhen. Zuletzt war immer wieder über eine Rückkehr Beckhams nach England spekuliert worden. Der FC Chelsea und Tottenham Hotspur sollen als Interessenten gelten.

Die Fans in Los Angeles nehmen dem Superstar seine Untreue und wankelmütigen Zukunftsaussagen übel. «Hey, Nummer 23. Ich war vor dir da, ich werde nach dir da sein, ich bin da, obwohl du da bist. Lass uns dir verzeihen», lautete die Ansage an Beckham auf einem Fan-Plakat. Den Zwischenfall mit dem auf ihn zueilenden Fan, versuchte Beckham mit Humor zu kommentieren. «Einer ist herübergesprungen, um mir die Hand zu schütteln - oder vielleicht auch nicht», sagte er.

Der Vorfall beim Testlauf dürfte Beckhams Amerika-Freude nicht unbedingt vergrößern. Der Gerüchteküche über eine Rückkehr nach England liefert er in jedem Fall beste Zutaten. Beckham selbst hatte mit Kommentaren für Spekulationen über ein Engagement in der Premier League gesorgt. «Als ich ging, war mein Herz bei Manchester. Ich konnte mir nicht vorstellen, gegen United zu spielen. Heute würde ich es nicht mehr ausschließen», sagte Beckham zu seinen England-Gedanken. (Quelle: Los Angeles (dpa/lby))