04.08.2009 | Sport Beide Daumen hoch: Massa zurück in der Heimat

Felipe Massa war erleichtert, wieder in seiner brasilianischen Heimat zu sein, das war ihm deutlich anzusehen.

Beide Daumen hoch: Massa zurück in der Heimat
Felipe Massa im Albert-Einstein-Krankenhaus in Sao Paulo.
Felipe Massa war erleichtert, wieder in seiner brasilianischen Heimat zu sein, das war ihm deutlich anzusehen.

Gleich beide erhobenen Daumen reckte der Formel-1-Pilot, der am 25. Juli in Budapest schwer verunglückt war, bei seiner Ankunft im renommierten Albert-Einstein-Krankenhaus in São Paulo in die Kameras. Seine Botschaft: Alles wird gut. Etwas wortkarg stieg der 28-Jährige nach einer rund zwölfstündigen Reise von Budapest nach Brasilien mit Tankstopp in Dakar (Senegal) aus dem Flugzeug: «Später rede ich, jetzt muss ich mich erholen.»

Um 17.40 Uhr (Ortszeit) war Massa auf dem Internationalen Flughafen von Sao Paulo, Guarulhos, gelandet. Mit ihm an Bord des Ambulanzflugzeuges vom Typ «Bombardier Challenger 60» war auch seine im sechsten Monat schwangere Frau Raffaela sowie sein Leibarzt Dino Altmann. Noch auf der Piste hieß es Umsteigen in einen Hubschrauber, der Massa zur Albert-Einstein-Klinik im Süden São Paulos brachte. Massa, der eine dunkelblaue Sweatshirt-Jacke trug, ging ganz normal und lächelte, als er das Krankenhaus betrat. Fans waren nicht erschienen, es war eine «stille Ankunft», ganz im Sinne des ruhebedürftigen Patienten.

Eigentlich erinnerte nur das geschwollene linke Auge und die große Narbe an den Horror-Crash vom 25. Juli, als der Ferrari-Pilot mit 190 Stundenkilometern frontal in einen Reifenstapel krachte. Neun Tage verbrachte er im Militärhospital von Budapest, zwei Tage davon im künstlichen Koma. Seine Verletzungen waren gefährlich - Schädelbasisbruch und Gehirnerschütterung lautet die Diagnose. Erstaunlich, wie schnell Massa wieder auf den Beinen ist. Sein Ziel: So schnell wie möglich wieder «auf die Piste und ans Lenkrad des Ferrari».

Bis dahin dürfte es aber noch etwas dauern, zunächst wird Ersatzmann Michael Schumacher für ihn das Lenkrad übernehmen. Mindestens zwei Tage wird Massa erstmal in São Paulo in der Klinik bleiben und Blutuntersuchungen, Computer-Tomographien und zahlreiche Tests über sich ergehen lassen müssen. Erst dann wird er nach Hause entlassen. Schon kurz nach seiner Krankenhausaufnahme um 18.10 Uhr kursierte das erste medizinische Bulletin: «Der Patient ist gut angekommen, und die Entwicklung seines Gesundheitszustand ist extrem zufriedenstellend», hieß es darin. Massa hatte vor seinem Abflug in Budapest gesagt: «Ich möchte zurückkehren ins normale Leben.» Auf diesem Weg macht er derzeit nicht nur nach Einschätzung der Mediziner Riesen-Fortschritte. (Quelle: São Paulo (dpa/lby))