17.04.2009 | Sport Button dominiert in Shanghai - Rosberg stark

WM-Spitzenreiter Jenson Button hat seinen Anspruch auf einen Hattrick beim Großen Preis von China eindrucksvoll untermauert. Der zweimalige Saisonsieger fuhr im erneut bärenstarken BrawnGP im zweiten Formel-1-Training auf dem Shanghai International Circuit im zweiten Durchgang die Tagesbestzeit.

Button dominiert in Shanghai - Rosberg stark
Jenson Button konzentriert sich vor dem freien Training zum GP von China.
WM-Spitzenreiter Jenson Button hat seinen Anspruch auf einen Hattrick beim Großen Preis von China eindrucksvoll untermauert.

Der zweimalige Saisonsieger fuhr im erneut bärenstarken BrawnGP im zweiten Formel-1-Training auf dem Shanghai International Circuit im zweiten Durchgang die Tagesbestzeit. Zum Auftakt hatte sich der britische Überflieger mit dem zweiten Rang hinter dem überraschend schnellen Titelverteidiger Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes begnügt. «Das war ein hilfreicher erster Tag, aber wir haben noch etwas Arbeit vor uns, um im Qualifying am Samstag mit der Balance des Autos zufrieden zu sein», bilanzierte Button.

Die Dominanz der «Brawnies» unterstrich Rubens Barrichello als zweimaliger Dritter. Der Brasilianer pflichtete seinem Teamkollegen bei: «Ein weiterer guter Freitag.» Und auch Teamchef Ross Brawn war mit der Vorstellung zufrieden: «Ein produktiver Tag.»

«Trainings-Weltmeister» Nico Rosberg, der in den beiden bisherigen Grand Prix in sechs Übungseinheiten fünfmal vorn lag, belegte einen starken zweiten Rang. Dem Williams-Piloten aus Wiesbaden fehlten in der Nachmittagssession bei 19 Grad auf dem 5,451 Kilometer langen Kurs nur 25 Tausendstelsekunden auf Buttons Bestzeit von 1:35,679 Minuten. Am Vormittag hatte Rosberg Rang sieben belegt und war dabei ebenfalls Bester des deutschen Fahrer-Quintetts. «Wir haben viel gelernt, speziell über die Reifen», sagte der 23-Jährige.

Sebastian Vettel kam im Red Bull auf die Plätze zwölf und fünf. «Leider hatten wir im zweiten Training ein Problem mit der Radaufhängung, weshalb wir früher aufhören mussten», sagte der Hesse aus Heppenheim. Timo Glock (Wersau) landete als Achter und Zehnter zweimal in den Top Ten. «Das läuft bis jetzt ganz okay für uns», urteilte der Toyota-Pilot. Für Adrian Sutil (Gräfelfing) reichte es im Force India zu den Rängen 14 und 11. BMW-Sauber-Vertreter Nick Heidfeld (Mönchengladbach) musste sich in den beiden, der Abstimmung der Autos dienenden Durchgängen mit den Plätzen 16 und 18 begnügen.

Nach der Legalisierung ihres Doppel-Diffusors drehten die Fahrer des Team-Trios BrawnGP, Williams und Toyota wie gewohnt auf. Renault, das als erster der vier mit ihrem Protest gescheiterten Rennställe diese Variante des Unterbodens in Shanghai einsetzte, konnte im Training nicht mithalten. Ferrari, BMW-Sauber und Red Bull stecken in Sachen Diffusor noch in der Entwicklungsphase. McLaren-Mercedes, das keine Beschwerde eingelegt hatte, verzichtete noch auf den inzwischen fertigen Doppel-Diffusor. «Wir haben das ganze Programm und viele Runden mit beiden Reifentypen gefahren und dabei vornehmlich für das Rennen gearbeitet. Es wird schwer werden, am Samstag mehr als das Qualifying 2 zu erreichen», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Abseits der Rennstrecke wies Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Flavio Briatore wegen dessen verbaler Attacken gegen BrawnGP und Button in die Schranken. «Schade, sie reden mehr über Politik als über Rennsport», rüffelte der Brite den Renault-Teamchef. Briatore hatte die Emporkömmlinge wegen deren Doppel-Diffusor scharf kritisiert und gefordert, man müsse BrawnGP deshalb den Geldhahn zudrehen. Zudem habe der Vorgänger Honda kurz vor dem Kollaps gestanden. Button konterte: «Flavio ist offensichtlich sehr sauer wegen der Diffusor-Geschichte. Aber es ist sehr unfair, unser Team so anzugreifen. Wir haben unter schwierigen Umständen sehr hart gearbeitet.» Genüsslich wies der Brite auf Briatores vergebliches Werben hin: «Er sollte auch nicht vergessen, dass er versucht hat, mich für diese Saison zu verpflichten.»

Vor dem dritten Saisonlauf führt Button die Fahrer-WM mit 15 Punkten vor dem Brasilianer Barrichello (10) an. Glock (8 Zähler) liegt auf Rang vier hinter seinem italienischen Teamkollegen Jarno Trulli (8,5). (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Shanghai ) (Quelle: )