19.04.2009 | Sport Chelsea im englischen Cup-Finale gegen Everton

Mit einem kollektiven Freudentanz feierten Michael Ballack und sein FC Chelsea den Einzug ins englische Pokalfinale, doch nach der ersten Selbstberauschung über das 2:1 gegen Arsenal kam sofort die Warnung. «Die Saison ist nur gut, wenn wir etwas gewinnen.

Chelsea im englischen Cup-Finale gegen Everton
Michael Ballack steht mit Chelsea im Pokalfinale.
Mit einem kollektiven Freudentanz feierten Michael Ballack und sein FC Chelsea den Einzug ins englische Pokalfinale, doch nach der ersten Selbstberauschung über das 2:1 gegen Arsenal kam sofort die Warnung.

«Die Saison ist nur gut, wenn wir etwas gewinnen. Sonst sind wir gescheitert», sagte Chelseas Stürmerstar Didier Drogba nach seinem Siegtreffer in der 84. Minute. Immerhin können die »Blues» nach der überzeugenden Vorstellung im Wembley-Stadion weiter vom Titel-Triple und einem goldenen Mai träumen. Gegner im Endspiel am 30. Mai ist der FC Everton, der sich nach torlosen 120 Minuten mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen Manchester United durchsetzte. Wegen der Final-Teilnahme verpasst Ballack die Asienreise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Dafür verbessern sich die Chancen seines Arbeitgebers auf einen erfolgreichen Saisonabschluss von Woche zu Woche. Vor gut zwei Monaten, beim Rauswurf von Trainer Luiz Felipe Scolari, sah es noch so aus, als müssten Ballack und Co. Schadensbegrenzung betreiben. Nun winkt nicht nur der traditionsreiche FA-Cup. Nach dem sensationellen 4:4 gegen den FC Liverpool stehen die West-Londoner auch im Halbfinale der Champions League und haben selbst im englischen Meisterschaftsrennen als Dritter noch Aussichten auf den Titel. Dagegen ist für Manchester die Hoffnung auf fünf Titel in dieser Saison beendet. Nach einem 120-minütigen Pokalfight scheiterten im Elfmeterschießen Rio Ferdinand und der Ex-Leverkusener Dimitar Berbatow für «ManU», Tim Cahill verschoss für Everton.

«Ich freue mich auf das Endspiel», erklärte Ballack, der bei Chelseas letztem Pokalsieg 2007 zwar «eine Medaille bekam», wegen seiner Fußverletzung aber zum Zuschauen verdammt war. «Wir sind wie gegen Liverpool sehr schlecht ins Spiel gekommen», gab der DFB- Kapitän mit Blick auf den abermals frühen Rückstand durch Arsenals Theo Walcott (18.) zu, den Florent Malouda (32.) später ausglich, «aber wir konnten dann den Schalter umlegen. Das ist die Stärke, von der wir leben.»

Drogba ließ dabei keine Zweifel, wem die neuen «Comeback»-Qualitäten zu verdanken sind. «Wenn Du siehst, wie unser Trainer Guus Hiddink das Spiel gedreht hat, indem er Michael Ballack vor die Verteidigung und Michael Essien weiter vorn postiert hat, dann weisst Du, dass der Mann eine Menge Erfahrung hat», erklärte der Matchwinner. Tatsächlich gewann das Chelsea-Mittelfeld danach mit einem kampfstarken Ballack, der sich beständig mit dem jungen Arsenal-Kapitän Cesc Fabregas beharkte, dank besserer Athletik und größerer Erfahrung die Oberhand. «Am Ende sah es nach 'Männer gegen Jungs' aus», stellte die Zeitung «Independent on Sunday» fest.

Interims-Trainer Hiddink wertete den Final-Einzug als «völlig verdient». Gleichzeitig freute sich der Niederländer nach Chelseas erstem Pokalsieg über Arsenal seit 1947 über die Rückkehr nach Wembley für das Pokal-Finale, das am 30. Mai die Saison der «Blues» beschließen wird. Zugleich ließ Hiddink aber keinen Zweifel aufkommen, dass ihn größere Erfolge zu einem längeren Chelsea-Engagement bewegen könnten.

«Ende Mai sage ich, hoffentlich mit einer großen Flasche Champagner in der Hand, 'Good-bye'. Ich werde dem Club aber freundschaftlich verbunden bleiben», erklärte Hiddink, der sich dann wieder ganz auf die WM-Qualifikation mit der russischen Fußball- Nationalmannschaft konzentrieren will. Er betonte aber gleichzeitig, wie viel Spaß ihm die tägliche Arbeit mit den Chelsea-Profis macht. «Ich bin jeden Morgen zu früh da.»

Unterdessen sieht es in der Premier League für Robert Huth und seinen FC Middlesbrough zunehmend düster aus. Gegen den formstarken FC Fulham kam «Boro» nur zu einem 0:0 und ist fünf Spieltage vor Schluss weiter drei Punkte vom rettenden 17. Platz entfernt. «Es ist frustrierend, die Saison läuft aus und wir brauchen Siege», gab Trainer Gareth Southgate zu, dessen «Boro» nun gegen Arsenal und Manchester United antreten muss. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - London ) (Quelle: )