27.06.2009 | Sport Cortese von Pole ohne Glück - Rossi mit Jubiläum

Der Weg zur Weltspitze ist für Sandro Cortese länger als geglaubt. Selbst die erste Pole Position in seiner Motorrad-WM-Karriere brachte dem Berkheimer kein Glück.

Cortese von Pole ohne Glück - Rossi mit Jubiläum
Valentino Rossi feiert nach seinem 100. GP-Sieg.
Der Weg zur Weltspitze ist für Sandro Cortese länger als geglaubt. Selbst die erste Pole Position in seiner Motorrad-WM-Karriere brachte dem Berkheimer kein Glück.

Statt auf das Podium zu klettern, lag der Derbi-Pilot beim Grand Prix der Niederlande in Assen bereits in der fünften Runde im Kies. Wenigstens Stefan Bradl und Jonas Folger machten beim Fast-Heim-Rennen eine gute Figur und kamen auf ihren Aprilias als Sechster und Siebter ins Ziel. Den Sieg holte sich der Spanier Sergio Gadea.

Der Höhepunkt von Assen aber war der 100. Grand-Prix-Sieg von Valentino Rossi, der die «Königsklasse» MotoGP dominierte. Vor 13. Jahren hatte der Italiener im tschechischen Brünn seinen ersten Erfolg gefeiert. Auf einem meterlangen Plakat wurden an der Rennstrecke Fotos aller Siege gezeigt. Rossi kündigte an, nun noch zu versuchen, den Rekord seines Landsmanns Giacomo Agistini anzugreifen, der 123 Rennen für sich entschieden hatte. Sieger in der Viertelliterkategorie wurde der Japaner Hiroshi Aoyama.

«Ich kann mir den Sturz nicht erklären», sagte Cortese sichtlich enttäuscht, nachdem ihm in einer Vollgas-Kurve das Vorderrad weggeklappt war. «Ich weiß nicht, ob es an mir lag. Es ist so ärgerlich», meinte der Italo-Schwabe, der nach dem Missgeschick zwar noch versuchte, wieder auf sein Bike zu kommen, dann aber wegen der vielen Defekte an der Derbi aufgeben musste. Cortese war so angefressen, dass er unmittelbar nach dem Zieleinlauf der MotoGP die Rennstrecke verließ.

Dabei hatte er sich zumindest nach Außen von der besten Startposition nicht unter Druck setzen lassen. «Ich habe mir nicht viel vorgenommen, will vorn mitfahren», hatte Cortese unmittelbar vor dem Start gesagt und sich auch nicht von einem kleinen Defekt an der Hinterradbremse aus der Konzentration bringen lassen. Beim Start verlor er einige Plätze, hielt sich bis zu seinem Ausfall aber immer in den Top Ten.

Das gelang auch Bradl, der von Platz vier gestartet war. Seinen sechsten Rang hatte er bereits zum Ende der ersten Runde inne. Mit viel Kampfgeist verteidigte er ihn gegen die massiven Angriffe der Konkurrenz trotz seiner Probleme an der verletzten Hand. «Ich hätte mir gern etwas besseres vorgestellt, aber so muss ich mit dem Rennverlauf zufrieden sein. Der Abstand nach vorn war aber einfach zu groß», sagte der Zahlinger.

Seine unglaubliche Entwicklung demonstrierte erneut Jonas Folger. Der Bayer, erstmals in Assen am Start, fuhr kontinuierlich nach vorn. Von Platz 18 kommend hatte er sieben Runden vor dem Ende die Bradl-Gruppe erreicht und kämpfte dort unerschrocken mit. Am Ende nutzte er den Konkurrenzkampf der anderen Piloten und fuhr noch als Siebter über die Ziellinie.

Einen starken Eindruck beim zweiten Wild-Card-Einsatz seiner Karriere hinterließ auch Marvin Fritz (Neckarzimmern). Der Honda-Pilot schaffte einen 14. Platz und gewann zwei WM-Punkte. (Quelle: Assen (dpa/lby))