16.04.2009 | Sport DEL-Meister Eisbären in Berlin gefeiert

Als Stefan Ustorf 1000 Eisbären-Fans den Meisterpokal auf dem Balkon der heimischen Berliner O2 World präsentierte, war die Müdigkeit bei Deutschlands dominierendem Eishockey-Team weggeblasen.

DEL-Meister Eisbären in Berlin gefeiert
Die Berliner Spieler Walker, Zepp und Usdorf (l-r) mit dem Meisterpokal.
Als Stefan Ustorf 1000 Eisbären-Fans den Meisterpokal auf dem Balkon der heimischen Berliner O2 World präsentierte, war die Müdigkeit bei Deutschlands dominierendem Eishockey-Team weggeblasen.

«Es wird einfach nie langweilig, ich kann so was gern jedes Jahr machen», rief der Routinier den Anhängern zu, die ihre Lieblinge mit «Dynamo»-Sprechchören begrüßten. Einige Berliner Profis schützen ihre Augen nach der Sause am ISS Dome und in der Düsseldorfer Altstadt mit Brillen vor dem gleißenden Sonnenschein. Die Fans wurden mit Sektduschen abgekühlt.

Kurz vor Mitternacht war es Ustorf nach dem entscheidenden 4:2-Sieg in der Kabine zu eng geworden. Mit einer fetten Zigarre im Mundwinkel und dem «Silberpott» für die vierte Meisterschaft über der rechten Schulter nahm er sein Team ins Schlepptau, um vor der Halle mit 300 Fans zu feiern. «Wir können auf unsere Leistung stolz sein, besser geht's nicht», sagte Ustorf. Die Hausherren schauten hingegen in die Röhre. «Ich wäre lieber Meister als nur eine Fußnote in der Eishockey-Geschichte», meinte DEG-Trainer Harold Kreis.

Mit dem Triumph vermieden die Berliner ein finales fünftes Endspiel in ihrer neuen Arena und demonstrierten nach Adam Courchaines Doppelpack zum 2:0 für die DEG ihre Klasse. «Es waren enge Spiele, am Ende war unsere junge hungrige Mannschaft einen Tick besser», befand Routinier Sven Felski nach der Wende durch Treffer von Tyson Mulock, Steve Walker, Andy Roach und Nathan Robinson, der anschließend seine Rückkehr zu Adler Mannheim bestätigte.

Die Berliner unterstrichen nach den Meisterschaften 2005, 2006 und 2008 ihre derzeitige Ausnahmestellung in Deutschland und wirkten selbst bei den Feierlichkeiten routiniert, die am Samstag in einem Autokorso durch Berlin und einem Empfang beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit gipfeln. «Wir hatten zuvor ja auch drei Wochen keinen Alkohol getrunken und müssen erst wieder in Übung kommen», sagte Florian Busch, der den Teamgeist als großes Plus nannte. Die Hauptrunde hatten die Eisbären, die sich wieder direkt für die Champions League qualifizierten, am Ende ebenso wie die Playoffs bestimmt. «Das macht Lust auf mehr, wir haben noch Luft nach oben», sagte Co-Trainer und Eisbären-Urgestein Hartmut Nickel.

Trainer Don Jackson genoss den Umstand, am Rhein alles klar gemacht zu haben. «Die DEG war meine erste Trainerstation in Deutschland, Düsseldorf ist meine Lieblingsstadt», meinte der Meistermacher schwärmend. Die nötige «Entschlossenheit und das größere spielerische Vermögen» waren laut Jackson ausschlaggebend. «Jede Meisterschaft hat ihren eigenen Charakter. Wir spielen mit nur sieben Ausländern und holen lieber junge Deutsche in den Kader. Das sagt alles über uns aus», erklärte Felski. Hinzu gesellen sich die kämpferischen Qualitäten. «Für unsere Erfolge lohnt es sich, auch seine Zähne zu geben», sagte Ustorf, der sich vor zwei Monaten den Kiefer gebrochen und sieben Zähne verloren hatte.

Der achtmalige Meister aus Düsseldorf, der auch schon 2006 an Berlin scheiterte, muss indes weiter auf seinen ersten Titel seit 1996 warten. «Wir haben alles gegeben, diese Erfahrung wird uns weiter bringen», meinte Daniel Kreutzer. Der DEG-Kapitän hofft auf einen neuen Anlauf: «Das Gerüst unserer Mannschaft bleibt zusammen, wir werden wieder einen Schritt nach vorne machen.»

Trainer Kreis, von dem DEG-Manager Lance Nethery überzeugt ist, dass «er noch lange Jahre bei uns arbeiten wird», sieht einen Auftrag schon erfüllt. «Wir wollten uns in die Herzen der Fans spielen. Das ist kontinuierlich gelungen», sagte Kreis. Mit 13 376 Zuschauern war der ISS Dome erstmals in dieser Saison ausverkauft. Etwas Freude dürfte es derweil auch in Hannover gegeben haben: Nach dem Halbfinal-Aus gegen die DEG dürfen die Scorpions als Vorrunden-Zweiter in der Qualifikationsrunde für die Champions League antreten. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Berlin ) (Quelle: )