22.04.2009 | Sport DFB-Pokal für Bayer der «Cup der guten Hoffnung»

Der DFB-Pokal ist für Bayer 04 Leverkusen zum «Cup der guten Hoffnung» und der Final-Einzug zum Befreiungsschlag geworden. «Ziel erreicht, wir sind im Endspiel.

DFB-Pokal für Bayer der «Cup der guten Hoffnung»
Der Leverkusener Trainer Bruno Labbadia freut sich sichtlich über das 4:1 gegen Mainz.
Der DFB-Pokal ist für Bayer 04 Leverkusen zum «Cup der guten Hoffnung» und der Final-Einzug zum Befreiungsschlag geworden.

«Ziel erreicht, wir sind im Endspiel. Das ist etwas ganz Besonderes», sagte der zuletzt in die Kritik geratene Chefcoach Bruno Labbadia nach dem 4:1 im Halbfinal-Kraftakt gegen den FSV Mainz 05. Dass Sportdirektor Rudi Völler nach dem Abpfiff auf ihn zustürmte und ihn innig umarmte, war mehr als nur Ausdruck der Freude, es war eine Demonstration für den Trainer. «Wenn man die Chance gegen einen Zweitligisten nicht nutzt, wird dies schwer verziehen», sagte Völler, der sich am Spielfeldrand selbst total verausgabt hatte: «So heiser war ich lange nicht mehr.»

Labbadia wollte nichts von einem existenziellen Druck für ihn wissen, der durch den Absturz der Werkself auf Platz neun der Fußball-Bundesliga entstanden war. «Null. Ich war sehr entspannt, weil ich gewusst habe, dass die Mannschaft noch mal nach vorne kommen wird», meinte er. Die Bayer-Führung habe zudem schon Planungsgespräche mit ihm über die neue Saison geführt. «Das ist doch ein klares Signal», so Labbadia. Das Verhältnis zu den Spielern scheint dagegen in der Rückrunde, in der nur 14 von 33 möglichen Punkten geholt werden konnten, angespannter geworden zu sein. «Man braucht Erfolg. Auch der Glaube der Mannschaft an den Trainer ist vom Erfolg abhängig», bekannte der 43-Jährige.

Der Einzug in das Finale am 30. Mai in Berlin wäre deshalb nicht nur Balsam und Beruhigungspille für die Bayer-Kicker, sondern auch bedeutsam für die Entwicklung des jungen Teams. «Diesen Schritt heute haben wir enorm gebraucht», meinte Labbadia. «Mit der Teilnahme am Endspiel kommt auch das Gefühl, Größeres erreichen zu können.» Dazu ist noch viel Detailarbeit vonnöten. Nach dem 1:0 acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durch Angelos Charisteas kassierten die Leverkusener durch Unachtsamkeit noch das 1:1 durch Aristide Bancé (89.). «Das 1:1 war symptomatisch für die Rückrunde. Da haben wir uns naiv angestellt», kritisierte Völler.

Das schnelle 2:1 durch Arturo Vidal in der Verlängerung (92.) brach dann aber den Widerstand der entkräfteten Gäste, die danach noch die Treffer von Simon Rolfes (104.) und Michal Kadlec (117.) hinnehmen mussten. «Wir haben die Mainzer müde gespielt. Das Finale ist ein Traum», meinte Bayer-Stürmer Stefan Kießling. Kapitän Simon Rolfes gab allerdings zu: «Es war nicht das attraktivste Spiel. Wir sind kein all zu großes Risiko eingegangen.»

Im dritten Pokal-Endspiel der Vereinsgeschichte nach 1993 und 2002 wollen die Bayer-Kicker nun alles geben, um der Saison noch Glanz zu verleihen und den UEFA-Cup zu erreichen. «Wir wollen den Titel holen. Das sind wir dem Verein schuldig, weil wir die Leistungen in der Bundesliga zuletzt nicht abrufen konnten», sagte Nationaltorwart René Adler. «Wenn wir das schaffen, wäre das unvorstellbar.» Schließlich liegt der letzte Titelgewinn, der Pokal-Triumph 1993, des viermaligen deutschen Vizemeisters schon 16 Jahre zurück. «Ganz Leverkusen lechzt danach», sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der als Finalist minimal mit weiteren 1,71 Millionen Euro und bei einem Sieg mit 2,56 Millionen Euro an Prämie rechnen kann.

Für die Mainzer sind nicht nur die rund zwei Millionen Euro aus der Halbfinal-Teilnahme ein Trost, sondern auch das Auftreten gegen den renommierten Erstligisten. «Wir haben soviel Lob bekommen wie noch nie nach einer Niederlage», sagte 05-Trainer Jörn Andersen. «Wir haben taktisch gut gespielt, klasse defensiv gearbeitet. Am Ende ist der Druck zu groß geworden.» Nun wolle man «das Positive» für den Aufstiegskampf mitnehmen. Am Sonntag muss der Dritte der zweiten Liga beim FC Ingolstadt 04 antreten. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Düsseldorf ) (Quelle: )