17.04.2009 | Sport «Diego fantastico» lässt Werder weiter träumen

«Diego fantastico» hat die Bremer Fußballwelt ein Stück weit mehr in Ordnung gebracht und in Italien die Begierde nach ihm noch weiter verstärkt.

«Diego fantastico» lässt Werder weiter träumen
Der Bremer Diego (r) jubelt über sein zweites Tor mit Torsten Frings.
«Diego fantastico» hat die Bremer Fußballwelt ein Stück weit mehr in Ordnung gebracht und in Italien die Begierde nach ihm noch weiter verstärkt.

Der brasilianische Superstar sorgte praktisch im Alleingang dafür, dass Werder wie im DFB-Pokal auch im UEFA-Cup im Halbfinale steht und trotz einer verkorksten Bundesliga-Saison noch Chancen auf zwei Titel hat. «Für Werder und für mich war das sehr wichtig. Jetzt sind wir nur noch zwei Schritte davon entfernt, Champions werden zu können», sagte der 24-Jährige nach dem 3:3 (1:3) bei Udinese Calcio, das den Bremern nach dem 3:1 im Hinspiel das Weiterkommen sicherte.

Eine gute Halbzeit lang waren Diego & Co. davon allerdings weiter entfernt als vom heimischen Weser-Stadion. Udine legte los wie die Feuerwehr und münzte die Überlegenheit auch in Tore um. Gökhan Inler (15.) brachte den Tabellen-Zwölften der italienischen Serie A in Führung, Fabio Quagliarella (30./38.) sorgte für die 3:1-Führung der Gastgeber. «Da sind wir wie im Hinspiel einfach nicht in die Zweikämpfe gekommen», haderte Nationalspieler Per Mertesacker.

Nur gut, dass Diego im Land des Weltmeisters seine Extraklasse beim zwischenzeitlichen Ausgleich (28.) unter Beweis stellte und so dafür sorgte, dass die ohnehin schon klare Halbzeit-Ansprache von Trainer Thomas Schaaf (Mertesacker: «Die war deutlich») nicht noch deftiger ausfiel. Aber die Worte wirktenwenn auch mit etwas Verzögerungund versöhnten den Coach. «Entscheidend war, dass wir die Treffer erzielt haben und ihnen damit die Hoffnung geraubt haben», befand Schaaf nach dem Drahtseilakt erleichtert.

Verantwortlich dafür zeichneten einmal mehr Diego und Claudio Pizarro. Zunächst versetzte der praktisch über Nacht von einer Oberschenkelblessur geheilte Brasilianer den Hoffnungen der Udineser in der 60. Minute mit dem Anschlusstor per Kopf (Diego: «Mein erstes, seit ich in Europa spiele») einen ersten schweren Dämpfer. Vollends dahin waren sie nach dem Ausgleich des Peruaners (73.). Da machte Diego in der Schar der Freudetrunkenen am Ende keiner mehr einen Vorwurf, weil er ein ungeschriebenes Gesetz missachtet hatte, zu einem an ihm verschuldeten Elfmeter antrat und verschoss (72.). «La Gazzetta dello Sport» meinte: «Ein Glück, dass er noch angeschlagen war. Nicht vorzustellen, was Diego sonst noch angerichtet hätte.»

Die Bremer Blicke richteten sich schon auf das nun anstehende hanseatische Derby-Festival, das in Meisterschaft, Pokal und UEFA-Cup binnen weniger Wochen gleich vier Duelle mit dem Hamburger SV zu bieten hat. «Man muss aufpassen, in welchem Wettbewerb man gerade ist. Ich hoffe, dass wir tolle Spiele sehen werden», so Schaaf. Der Ausgang ist nach allgemeinen Bekunden offen. Werder würde es durchaus gefallen, die Partien in den beiden Pokal-Wettbewerben für sich zu entscheiden, dem HSV dafür auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft nicht im Wege zu stehen. «Damit könnte ich mich anfreunden», meinte Geschäftsführer Klaus Allofs verschmitzt und entspannt.

Ebenso gelassen reagierte der 52-Jährige auf die neue Welle der Verpflichtungswünsche, die ihm nach Diegos wieder einmal glänzendem Auftritt mit Sicherheit entgegengebracht werden. «Die sind sowieso da. Das können wir nicht zurückdrehen», sagte er. Und richtete den zahlreichen Interessenten noch einmal aus: «Sicher ist, dass er bei uns einen Vertrag bis 2011 hat.» (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Udine ) (Quelle: )