03.08.2009 | Sport DLV startet bei Heim-WM mit 92 Athleten

Gastgeber Deutschland schickt 92 Starter und damit eines der größten Aufgebote der Geschichte in das Medaillenrennen der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften vom 15. bis 23. August in Berlin.

DLV startet bei Heim-WM mit 92 Athleten
Hochspringerin Ariane Friedrich überspringt in Bochum die Latte.
Gastgeber Deutschland schickt 92 Starter und damit eines der größten Aufgebote der Geschichte in das Medaillenrennen der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften vom 15. bis 23. August in Berlin.

Einen Tag nach der DLV-Gala in Bochum- Wattenscheid nominierte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) weitere 18 Athleten für das weltweit größte Sportereignis in diesem Jahr. Außerdem wurden acht Sprinter, die bereits in die Staffeln berufen waren, zusätzlich für die Einzelrennen benannt.

Damit ist die Rekord-Teilnehmerzahl von 95 Sportlern bei der WM 1995 in Göteborg nur knapp verfehlt worden. Nach den deutschen Meisterschaften in Ulm waren vom DLV 74 WM-Tickets vergeben worden. Zehnkämpfer Michael Schrader musste seinen Start jedoch wenig später wegen eines Fußbruchs absagen.

«Von der Leistungsfähigkeit der Athleten sind wir so gut aufgestellt wie seit Jahren nicht», stellte DLV-Präsident Clemens Prokop fest. Der Amtsgerichtspräsident aus Kelheim hofft deshalb, dass es nach fünf Medaillen bei der WM 2005 und sieben bei der WM 2007 vor heimischer Kulisse eine weitere Steigerung geben wird: «Es wäre schön, wenn die Gesetzmäßigkeit sich fortsetzen würde, aber eine Vorgabe ist das nicht.» Vorsicht ist schließlich angemahnt: Denn in Peking hatten die Deutschen mit nur einmal Bronze ihr schlechtestes Resultat in der Olympia-Historie verbuchen müssen.

Die größten Gold-Hoffnungen ruhen auf der deutschen Hochsprung- Rekordlerin Ariane Friedrich. «Ich stehe in der Weltjahresbestenliste ganz oben, aber den Erfolgsdruck teilen wir uns im deutschen Team», meinte die Topfavoritin. Zu den DLV-Medaillenanwärtern gehören im Werfer-Lager Titelverteidigerin Betty Heidler (Hammer), Vizeweltmeister Robert Harting (Diskus) und die WM-Dritten von 2007, Steffi Nerius (Speer) und Nadine Kleinert (Kugel).

Fragezeichen stehen hinter Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch und Speerwerferin Christina Obergföll, die bei den Olympischen Spielen 2008 als einzige DLV-Athletin eine bronzene Medaille gewann. Beide stecken seit Wochen in einem Formtief. Weitsprung- Europarekordler Sebastian Bayer pausierte bei der DLV-Gala wegen einer Entzündung im Fuß, gab aber für die WM Entwarnung: «Eine reine Vorsichtsmaßnahme.»

Zum Kreis der Favoriten zählen auch die zweifache Siegerin des London-Marathons, Irina Mikitenko, und die Siebenkämpferinnen Jennifer Oeser und Lilly Schwarzkopf. 2007 in Osaka hatten die Deutschen sieben WM-Plaketten (2/2/3) gewonnen - bis auf Stabhochspringer Danny Ecker sind alle wieder dabei.

Von den 92 deutschen WM-Startern sind 48 Männer und 44 Frauen. Jüngster DLV-Teilnehmer ist der 19 Jahre alte Kugelstoßer David Storl, der zusammen mit Ralf Bartels und Peter Sack am 15. August um 10.00 Uhr als Erster den WM-Kampf aufnehmen wird. Älteste deutsche Athletin in Berlin wird Franka Dietzsch (41) sein, die ihre zehnte WM seit 1991 bestreiten will.

Zu den Glücklichen, die den Sprung ins Berlin-Aufgebot noch geschafft haben, gehören der frühere Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek und Weitspringer Nils Winter. Im Zehnkampf komplettiert nach der Schrader-Absage Moritz Cleve das Trio. «Das Team besteht aus einer Mischung von erfahrenen Athleten und solchen, die bei der Heim- WM ihre Feuertaufe bestehen müssen», sagte DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow. (Quelle: Darmstadt (dpa/lby))